Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Klausner-Prozess bestätigt Kritik an Holzbezugsverträgen

Klausner-Prozess bestätigt Kritik an Holzbezugsverträgen

Zum Auftakt des Klausner-Prozesses vor dem Landgericht Münster am 9.12.2011 erneuert das Netzwerk Team-Timber seine Kritik an langfristigen Holzlieferverträgen zu marktfernen Fixpreisen. Diese hätten nicht nur die regionale Holzindustrie in Nordrhein-Westfalen schwer beschädigt, sondern würden nun auch das Land und damit den Steuerzahler womöglich horrende Summen kosten. „Schon unmittelbar nach Kyrill war absehbar, dass es wenig später zu einer Holzverknappung kommen würde. Dennoch hat die damalige Landesregierung fahrlässiger Weise langfristige Laufzeiten vereinbart – und dies zu marktunüblichen Festpreisen. Solche Praktiken, die die Marktmechanismen aushebeln, darf es künftig nicht mehr geben“, sagt Dr. Hubertus Weber, Geschäftsführer von Team-Timber, einem Netzwerk aus mittelständischen Holzverarbeitungsbetrieben aus dem Hochsauerlandkreis. 
 
2007 hatte der Orkan Kyrill eine gewaltige Menge an Sturmholz verursacht. Um diese zu veräußern, schloss die damalige Landesregierung u.a. einen Liefervertrag mit dem österreichischen Großsäger Klausner ab. NRW garantierte Klausner damit bis 2014 eine  Liefermenge von jährlich 500000 Fm Fichtenholz – zu einem Fixpreis  zwischen 75 bis 85 €/Fm. Bereits zu diesem Zeitpunkt war jedoch vorhersehbar, dass sämtliches Sturmholz bis 2009 verarbeitet sein würde. Der Staatswald konnte nach 2009 nur noch 200000 Fm pro Jahr liefern. Weber dazu: „Es ist also unterstellt worden, dass sich nach 2009 auch der private Waldbesitz an dieser Lieferverpflichtung beteiligt. Dies hat die Holzverknappung für uns heimische Sägereibetriebe zusätzlich verschärft. So etwas darf einfach nicht noch einmal passieren.“
 
Aber auch die Nachteile für das Land NRW wurden schnell deutlich. Denn als die Marktpreise für Rundholz nach Kyrill  sanken, nahm Klauser kaum noch Holz ab. Seine Zahlungen kamen mit Verspätung. Das Land trat daraufhin vom Vertrag zurück. Weil der Holzpreis auf dem Markt mittlerweile auf rund 96 €/Fm angestiegen ist –  somit bis zu 21 € über dem damals vertraglichen vereinbarten Lieferpreis liegt – pocht Klausner wieder auf Einhaltung des Kontraktes. Er fordert nun 15 Mio. € vom Land NRW. „Wir können nur hoffen, dass als Ergebnis dieses Prozesses nicht die Wiederaufnahme der Holzlieferungen steht und der heimischen Industrie der ohnehin knappe Rohstoff komplett entzogen wird“, so Weber. „Der Leidtragende ist wahrscheinlich der Steuerzahler in NRW. Und dazu gehören auch wir mittelständischen Holzverarbeiter.“
 
Die Team Timber GmbH mit Sitz im sauerländischen Schmallenberg ist ein Zusammenschluss von neun mittelständischen Holzverarbeitungsbetrieben. Team Timber vermarktet deren Produkte und Leistungen. Das Einschnittpotenzial der Unternehmen liegt bei jährlich 1 Mio. Fm Holz.
 
Team-Timber

Auch interessant

von