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Klaus Heide verstorben

Klaus Heide verstorben

Am 5. August 2016 verstarb der altmärkische Forstmeister Klaus Heide in Tangermünde im Alter von 78 Jahren. Mit ihm verlieren die Forstleute einen der Gerechten, einen Mann mit besonderen menschlichen Qualitäten und hoher fachlicher Kompetenz.
In Genthin am  26.5.1938 geboren, galt seine Liebe sehr früh dem Wald, und es gelang ihm, 1962 ein sehr begehrtes Studium an der Forstlichen Fakultät der Humboldt-Universität in Eberswalde abzuschließen. Durch diese „Eberswalder Schule“ in die standortsgerechte Forstwirtschaft eingeführt, wurde er zum Forstfachmann im Naturraum Nordostdeutschlands. Er bewährte sich in der DDR-Forstwirtschaft in den staatlichen Forstwirtschaftsbetrieben (StFB) Salzwedel, Gardelegen und Stendal in leitenden Funktionen. Seine vorbildliche Waldgesinnung zeigte er anlässlich eines Manövers der Roten Armee in der Letzlinger Heide, als er als Stellvertreter des Direktors des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Gardelegen sich der Anordnung widersetzte, 300 Uralteichen zu schlagen. Dieser Mut führte zur Versetzung in den StFB Stendal. In der Nachwendezeit musste er diesen StFB abwickeln und erfüllte diese undankbare Aufgabe mit größtmöglicher sozialer Kompetenz.
Als er dann nach der „Wende“ Forstamtsleiter von Burgstall und Genthin wurde, zeichnete er sich in dieser Zeit oftmals unüberlegter und die Belegschaften stark belastender Reformen erneut durch eine Führungsfähigkeit aus, die durch Freundlichkeit und menschliche Größe gekennzeichnet war. Seine Belegschaft bewahrte er dadurch vor manchem Ärger. Auch als ihm der Stellvertreter genommen wurde, war er in der Lage, zusätzlich ein Nachbarforstamt zu betreuen. In einer Zeit, in der dem Forstwesen oftmals unübersehbarer Schaden zugefügt worden ist, versah er sein Amt in Ruhe und Festigkeit. Damit trug er zum Erhalt von Arbeitsplätzen bei.
Nicht nur als Amtsleiter sondern auch als Waldfachmann bewies Klaus Heide in turbulenten Nachwendezeiten Standhaftigkeit und den Blick für den richtigen Weg. Er widerstand  Ideologien, die sich über eine Einzelstammwirtschaft in den Kiefernbeständen schnellen Einschlag und Gewinn versprachen. Stattdessen blieb er im Sinne der „Eberswalder Schule“ dabei, die Bestände geschlossen zu halten und eine qualitätsfördernde Auslesedurchforstung anzuwenden. Damit hinterließ er dankenswerter Weise der Gesellschaft in seinem Amtsbereich umweltstabile Bestände in denen er symbolisch weiterlebt.   
Dr. Ottomar Greger

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