Ausbildung

Droben an der Straße gibt´s Würstel!

Bearbeitet von Heinrich Höllerl

Vielerorts werden derzeit vom Forst öffentliche Pflanzaktionen organisiert, um die Bevölkerung für das Thema „Waldumbau im Klimawandel“ zu sensibilisieren. Doch das korrekte Setzen von Jungbäumen erfordert Übung und ist gerade für Kinder auch sehr anstrengend. Von daher ist der Nutzen solcher Aktionen für den Forstbetrieb oft eher zweifelhaft.

Eine sehr nette Idee hat dagegen Simone Herrmann, Revierleiterin im Forstbetrieb Oberammergau dieser Tage in die Tat umgesetzt: Eine Fläche von 4 Hektar war im Vorjahr schon mit Verbissschutz-Manschetten versehen worden. Diese Clips werden um den Gipfeltrieb gelegt, damit das Wild diese Knospen nicht abbeißen kann. Es ging nun darum, die Tannen wiederzufinden und die Manschetten um den heurigen Jahrestrieb hochzusetzen. Dazu fragte sie bei der „Entdeckergruppe“, einer Elterninitiative in Grainau um Hilfe an. Die Kinder fanden die Idee super, aktiv beim Waldumbau mitzuhelfen. Bei der Flächengröße war die Einhaltung des Corona-Abstands auch kein Problem und so traf man sich an einem Samstagvormittag mit 25 Kindern, 3 Erwachsenen und einer ehemaligen Praktikantin im Wald. Eine kurze Erklärung, um was es geht und die Wegebeschreibung „Wenn wir oben am Weg sind, gibt‘s Würstl“ reichte völlig als Einweisung aus. Frei nach dem Motto: „Viele Hände schnelles Ende“, war die Aktion schon nach 3 Stunden fertig.

Die spielerische Weitergabe von Wissen über Wald und Wild und das „Selber-Machen“ hinterlässt oft tiefere Spuren in den Köpfen der Kinder als trockene Informationen. Nach der Brotzeit konnten die Kinder zu Recht stolz sein auf ihre Arbeit, hatten sie doch tausende Tannen gerettet. Alles in allem war das ein gelungener Vormittag für die Kinder und den Bergwald.

BaySF/Red.