ABO
Der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, anlässlich eines Vor-Ort-Termins in Karlsdorf-Neuthard im Landkreis Karlsruhe

Forstminister Hauk zum Zustand der Kiefer

Der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Peter Hauk MdL, besuchte am 9. August den Landkreis Karlsruhe, wo selbst die anspruchslose Kiefer angesichts der Trockenheit, Hitze und Schädlinge kapituliert.

„In der Rheinebene zeichnen sich die Folgen des Klimawandels besonders dramatisch ab. Ganze Kiefernwälder sterben ab“, so der Forstminister. „Das obere Rheintal entwickelt sich mit seinen Hitzerekorden zum ersten mediterranen Gebiet Deutschlands. Schon heute ist das Gebiet besonders trocken und warm und ein Extremstandort für Bäume. Ein ausgefeiltes Wiederbewaldungsmanagement ist notwendig, wenn wir hier einen Wald haben wollen, der weiterhin die Nutz- und Erholungsfunktionen erfüllt und als großer Speicher für das Klimagas Kohlendioxid wichtige Arbeit leistet“, sagte Hauk anlässlich eines Vor-Ort-Termins in Karlsdorf-Neuthard im Landkreis Karlsruhe. Die Nutzfunktion der Kiefernwälder sei aufgrund der geringen Wüchsigkeit ohnehin stark eingeschränkt und wirtschaftlich eher schwierig.

Schädlinge setzen der Kiefer zu

„Der Hardtwaldbereich war aus forstlicher Sicht bisher schon das Sorgenkind der Rheinebene. Die Erhaltung eines funktionsfähigen Ökosystems steht bei der Bewirtschaftung dieser Wälder schon lange im Vordergrund“, erklärte der Minister. Durch den Trockenstress geschwächt, sei die Kiefer ein gefundenes Fressen für ein breites Spektrum an Schädlingen. „In der Krone schmarotzt die Mistel, am Stamm fressen Kiefern-Borkenkäfer und Prachtkäfer und unterirdisch schädigen die Engerling des Waldmaikäfers das Feinwurzelsystem. Die Pilzinfektionen Diplodia-Triebsterben und Kiefern-Stockfäule komplettieren die Schädlingsgesellschaft der Kiefer“, so Hauk.

Unterstützung gefordert

„Die Gesellschaft darf die Waldbesitzer mit dieser ernsten Krise nicht alleine lassen. Es handelt sich nicht um ein temporäres und auch nicht um ein lokales Ereignis. Ganz Deutschland ist betroffen. Deshalb ist auch die solidarische Unterstützung für die Waldbesitzer durch den Bund gefordert“, betonte Hauk. Baden-Württemberg werde auf den Bund zugehen und eine schnelle finanzielle Beteiligung einfordern. Das Land sei im Gespräch mit den Verbänden. Ein Notfallplan für die Wälder Baden-Württembergs sei in Vorbereitung.

Quelle: MLR

Auch interessant

von