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Scharf geschossen

Bearbeitet von Heinrich Höllerl

Anfang dieses Jahres ist die Kettenschuss-Norm ISO 21876 in Kraft getreten. Damit sollen die Kabinenscheiben von Forstmaschinen sicherer werden und auch herumfliegenden Projektilen von einer gerissenen Sägekette widerstehen. Beim Sicherheitsscheiben-Hersteller KRD Kasiglas kann man darüber einige Infos bekommen.

Streng genommen sind Kettenschuss-Unfälle weltweit sehr selten. Das bestätigt auch die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Das Familien-Unternehmen KRD in Geesthacht entwickelt seit 1967 Sicherheitsverglasungen. Die Forstsparte ist mittlerweile zum zweitwichtigsten Standbein geworden. Kein Wunder, denn es gibt weltweit nur drei Hersteller für Scheiben, die den aktuellen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Deswegen finden sich Kasiglas-Produkte in sehr vielen modernen Forstmaschinen. Natürlich sind die aufwändigen Verbundscheiben teuer. Neben der erhöhten Sicherheit bieten die modernen Verbundgläser für den Nutzer aber auch Vorteile bei der täglichen Arbeit: Sie isolieren besser bei Kälte und der Lärmpegel in der Kabine sinkt.

Schusssicher

Tatsächlich beschreibt die ISO 21876 gar nicht direkt die Anforderungen für die Scheibe, sondern legt vielmehr das Testverfahren und den Aufbau der Prüfapparatur fest: Der Harvester-Hersteller muss die maximal zulässige Sägegeschwindigkeit festlegen. Im Test beschleunigt ein Elektromotor die Kette zur Sicherheit auf das 1,2-fache dieses Werts. Bei dieser Geschwindigkeit „hackt“ eine Art Bolzenschussapparat von unten in die einlaufende Kette. Dabei trennen sich Teile von der Kette ab und fliegen gegen die Prüfscheibe. Bei keinem von zehn Versuchen darf sie durchschlagen werden.

Der Testaufbau für die Kettenschuss-Prüfung: Die Sägekette wird auf eine definierte Geschwindigkeit beschleunigt. Links im Hintergrund der Rahmen für die Prüfscheibe. Unten im Bild der Sperrbolzen, der die Kette abrupt blockiert und Teile davon abreißt. // Foto: SMP

Den vollständigen Beitrag mit den Erkenntnissen für die Praxis finden Sie in Forst&Technik 3/2021.

Heinrich Höllerl