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Bluetooth Forstfunkgerät mit Notruf

Wenn bei Forstfunk an die Reichweite geht, führt bisher an echter Funktechnik kein Weg vorbei. Bisher erfüllt die Bluetooth-Technologie die Anforderungen an einer Seilkrananlage oder bei einer Verkehrssicherungsmaßnahme, wo mehrere hundert Meter zu überbrücken sind, noch nicht. Umgekehrt sind konventionelle Helmfunkgeräte sehr schwer und der starke Sender strahlt direkt am Kopf. In Baden-Württemberg gibt es seit einigen Jahren das Kommunikations- und Notrufgerät KuNo auf der Basis eines Handfunkgeräts, allerdings mit einem integrierten Passiv-Alarm: Bewegt sich der Träger über einen bestimmten Zeitraum nicht, werden seine Rottenkollegen über den Funk alarmiert. Ein Nachteil dieses Systems war die notwendige Kabelverbindung zwischen Gehörschutz und dem externen Funkgerät.

Die Firma Blickle & Scherer Kommunikationstechnik zeigte im Rahmen der KWF-Thementage jetzt die jüngste Ausbaustufe: Die Kenwood Handfunkgeräte der Reihe NX 3000 arbeiten mit dem sogenannten Digitalfunk, der eine feinere Kanaltrennung und bessere Sprachqualität ermöglicht. Trotzdem sind sie mit den alten Geräten weiterhin kompatibel. Die Totmann-Alarmierung wurde um einen Finde-Ton erweitert. In unübersichtlichem Gelände können die Kollegen einen schrillen Pfeifton anfordern, der das Auffinden des verletzten Kollegen erleichtert. Für die tägliche Arbeit ganz wichtig ist jedoch: Die Verbindung zum ebenfalls nagelneuen Peltor Headset WS ProTac XP Forestry wird jetzt nicht mehr über Kabel, sondern per Bluetooth hergestellt. Die lästige Strippe entfällt damit.

Aber auch der Gehörschutz hat einige Verbesserungen erfahren: Die Schaltplatinen sind gegen Korrosion noch stärker gekapselt, das neue Mikrofon wasserdicht nach Militärstandard IP68. Für ein natürliches Hörempfinden sorgen die Außenmikrofone, die normale Umgebungsgeräusche durchleiten und erst ab einem gewissen Lärmpegel abschalten. In Kombination mit der aktiven Nebengeräuschunterdrückung des Kenwood sollte sich somit eine klar verständliche Funkkommunikation aufrechterhalten lassen.

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H. Höllerl

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