ABO
Loteten die gemeinsame Zukunft aus (v. l.): Norbert Harrer, Philipp Schmieder, Stefan Leicher und Klaus Schätzle

Kein Vorstand beim VdAW Bayern

Die Mitgliederversammlung der Bayerischen Forstunternehmer im VdAW am 16. Januar verlief positiver als man das hätte annehmen können. Nachdem der langjährige Vorsitzende Fritz Flechsel im vergangenen Jahr aus Frust über die Stuttgarter VdAW-Zentrale zurücktrat, schien die Zukunft der Fachgruppe unsicher. Ein erster Versuch, einen neuen Vorstand zu wählen misslang Ende letzten Jahres. Weitere Unruhe brachte kurz vor der VdAW-Versammlung ein Schreiben des Berufsverbandes der Forstunternehmer in Bayern (FiB). Darin forderte dessen Vorsitzender Norbert Harrer die Mitglieder des VdAW auf, zu kündigen und in den FiB-Verband zu wechseln. Begründet hat er das mit den Worten: „Es ist an der Zeit, dass alle bayerischen Forstunternehmer mit einer Stimme sprechen! Nur Einigkeit macht stark!“ Unterschrieben hat den Brief auch der bisherige VdAW-Vorstand in Bayern: Fritz Flechsel, Jakob Leicher und Hans Wohlmuth. Dass die Aktion bei der VdAW-Geschäftsführerin Dr. Brigitta Hüttche nicht gut ankam, ist verständlich. Sie kritisierte Harrer, der an der Versammlung bei Wahlers Forsttechnik in Uffenheim teilnahm, dafür mit deutlichen Worten.

Stefan Leicher wird Sprecher

Was aber wird nun aus der Fachgruppe der bayerischen Forstunternehmer? Eine endgültige Antwort gab auch diese Versammlung nicht. Wenig zuversichtlich stimmt es einerseits, dass bei dem schwach besuchten Treffen erneut keine Vorstandswahlen zustande kamen. Andererseits gab es Fortschritte, denn Stefan Leicher aus Dießen am Ammersee wird zunächst für ein halbes Jahr als Sprecher der bayerischen Forstunternehmer agieren.

Fachreferent Schmieder

In diesem halben Jahr wird der neue Fachreferent für die Forstunternehmer, Philipp Schmieder, die Mitglieder in Bayern besuchen und dafür werben, ehrenamtlich im Vorstand des VdAW Bayern tätig zu werden. Klaus Schätzle, der Vorsitzende der VdAW-Fachgruppe Baden-Württemberg, schlug alternativ einen gemeinsamen Vorstand für Bayern und Baden-Württemberg vor – ergänzt um Regionalvertreter in Bayern. Die Mitglieder haben diese Option durchaus begrüßt, auch weil sie die Leistungen des VdAW mit seiner hauptamtlichen Geschäftsstelle zu schätzen gelernt haben.

Eine Fusion der drei bayerischen Verbände ist auf jeden Fall nicht in Sicht. FiB und VdAW wollen zwar Gespräche für eine „bessere und möglicherweise auch engere Zusammenarbeit“ aufnehmen. Fest steht jedoch, dass alle Verbände ihre Eigenständigkeit behalten wollen. Das gilt auch für die Vereinigung der Rundholzhändler und Forstdienstleister.

Oliver Gabriel

Auch interessant

von