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Kein Alleenkataster an Bundesstraßen geplant

Kein Alleenkataster an Bundesstraßen geplant

Die Bundesregierung plant keinen Aufbau eines Katasters für Alleen und einseitige Baumreihen an Bundesstraßen. Dies schreibt sie in ihrer Antwort (17/13677) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/DieGrünen (17/13576).
Weiter sieht die Bundesregierung kein Erfordernis, den Bundesländern Mittel für die Unterhaltungskosten für Alleen und einseitigen Baumreihen nach einem differenzierten Längenschlüssel (mit und ohne Baumbestand) für den Betriebsdienst der Bundesfernstraßen zur Verfügung zu stellen.

Nicht geplant ist außerdem eine Änderung der aktuellen Rechtslage im Zusammenhang mit Konflikten bei der Verlegung von unterirdischen Ver- und Entsorgungsleitungen.

Dem Unfallgeschehen mit Aufprall auf Bäume muss weiterhin konsequent entgegengewirkt werden, trotz rückläufiger Unfälle mit Personenschaden: Zwischen 2006 und 2011 sank die Anzahl derartiger Unfälle um 18 % (von etwa 15200 auf 12500 Unfälle pro Jahr); die Anzahl der Baumunfälle mit Getöteten sank im gleichen Zeitraum um 22 % (von rund 1040 auf 820 Unfälle pro Jahr). An neuen Straßen und Straßen, die um- oder ausgebaut werden, sind deshalb ausreichende hindernisfreie Seitenräume vorzusehen oder bei Bedarf Schutzeinrichtungen zu errichten. Die gleiche Regelung gilt für Neupflanzungen von Bäumen an Straßen. In der Antwort der Bundesregierung heißt es: „Stellt eine Pflanze eine potenzielle Gefahr für Verkehrsteilnehmer dar, ist diese durch Schutzeinrichtungen abzusichern.“

Der Einsatz von abstumpfenden Streustoffen im Winterdienst auf Straßen im Außerortsbereich, die im Gegensatz zu Auftausalz eine geringere oder keine schädigende Wirkung auf Alleebäume haben, wird für nicht sinnvoll gehalten. Als Gründe werden genannt: geringe Wirkung zur Griffigkeitserhöhung bei Glätte, für eine griffigkeitserhöhende Wirkung müssen hohe Mengen ausgebracht werden, die CO2-Bilanz fällt bezogen auf die Anwendung (Herstellung, Transport, Lagerung und Aufbringung) für die abstumpfenden Streustoffe im Vergleich zu Tausalz wesentlich schlechter aus.

Eine systematische und einheitliche Erhebung über den Bestand der Alleen und einseitigen Baumreihen auf Bundesstraßen außerorts erfolgt seitens des Bundes und auch der meisten Bundesländer nicht. Die verfügbaren Daten über die Länge der vorhandenen Alleen reichen teilweise weit zurück (Bayern: 1997). An der Spitze der Bundesländer stehen:
• Brandenburg (Stand 2009) mit 711 km Alleen und 294 km einseitige Baumreihen,
• Mecklenburg-Vorpommern (Stand 2007) mit 710 km Alleen/einseitige Baumreihen,
• Niedersachsen (Stand 2011) mit 91 km Alleen und 3486 km einseitige Baumreihen.
 
Zurzeit keine Daten verfügbar haben die Flächenländer Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen (hier wird derzeit ein entsprechendes Kataster aufgebaut), Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.
Stephan Loboda/Quelle: Deutscher Bundestag

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