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Untersuchungen zum Keimungsverhalten seltener und gefährdeter Pflanzenarten von Bergwiesen des Osterzgebirges

Quelle: Forstarchiv 80: 5, 280-288 (2009)
Autor(en): Autor: ZIEVERINK M, WALCZAK C, SCHMIDT PA

Kurzfassung: Der Fortbestand und die Ausbreitung seltener und gefährdeter Arten in kleinen und häufig isolierten Populationen bedürfen in der Regel einer generativen Verjüngung. Dabei spielt das Keimungsverhalten eine bedeutende Rolle um Reproduktionsmechanismen zu verstehen. Dies betrifft einerseits die Regeneration in bestehenden Populationen. Andererseits sind Kenntnisse der Keimungsbiologie bei dem Ausbringen von Diasporenmaterial zur Begründung neuer Bestände bedeutend An drei Arten erzgebirgischer Bergwiesen -Arnica montana, Irissibirica und Primula veris- wurden Keimungsversuche ex situ und unter halbnatürlichen Bedingungen durchgeführt. Zur Bestimmung der Lebensdauer der Samenbank und von Dormanz-zyklen dieser Arten wurden Vergrabungsversuche durchgeführt. Damit sollte die Reaktion der Arten auf Licht, Temperatur und das mögliche Vorhandensein einer Dormanz untersucht werden. Die untersuchten Arten zeigen ein hohes generatives Regenerationspotenzial mit einer hohen Rate der Lebensfähigkeit der Samen sowie hohen Keimungsraten. Dabei besetzen sie verschiedene Zeitfenster bei Keimung im Jahresverlauf. Die Achänen von Arnica montana sind sofort keimungsfähig, d. h., sie unterliegen keiner Dormanz, sodass die Samen einer Vegetationsperiode nach einem Jahr aufgebraucht sind. Der Schwerpunkt der Keimung von Primula veris liegt im Frühling, was der Art einen Wachstumsvorsprung gegenüber konkurrierenden Arten bietet. Vermutlich liegt eine Dormanz der Samen vor, die das Auflaufen der Samen im Herbst weitgehend verhindert und den Aufbau einer Samenbank, die zumindest mittelfristig ist, ermöglicht. Iris sibirica läuft im späten Frühjahr oder im Frühsommer auf. Die zumindest teilweise vorliegende und vermutlich zyklisch verlaufende Dormanz und die Lichtbedürftigkeit zur Keimung ermöglichen den Aufbau einer mindestens mittelfristigen Samenbank.


Seed germination ecology of rare and threatened species of mountain meadows

Abstract: The continued existence and dispersal of rare and threatened species in small and often isolated populations require a sexual reproduction. Seed germination ecology is a crucial issue for understanding reproduction traits that effects the regeneration of existing populations. Furthermore there is lack knowledge of seed germination process to disseminate seeds for the creation of new populations in restoration projects. By germination experiments ex situ and under semi-natural conditions we analysed germination traits of three species of meadows of the Eastern Ore Mountains (Osterzgebirge), i. e. Arnica montana, Irissibirica and Primula veris. To estimate the seed bank persistence and dormancy cycles seeds were buried on the study site Thereby we investigate the response of the species to light and temperature and the occurrence of dormancy. The species show a high generative regeneration potential that imply a high viability of the seeds and high rate of germination. They need different times for germination. The seeds of Arnica montana are immediately capable of germination and show no dormancy. Hence there is no seed bank and the seeds are exhausted after one year Due to Primula veris germinates mainly in springtime it provides an advance versus competitive species. Probably there is at least a partial dormancy at the seeds, wich prevent the complete germination of the seeds in autumn and allow the development of a leastwise short-term persistent soil seed bank. Iris sibirica germinates in last springtime or early summer. The observed and at least partly existing and dormancy cycles and the requirement of light for the germination allow the building of a leastwise short-term persistent soil seed bank.

© DLV München

 

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