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Katastrophe in Japan und die Papierindustrie

Die Folgen des Erdbebens für die japanische Zellstoff- und Papierindustrie lassen sich derzeit nur schwer abschätzen. An der betroffenen Nordküste von Japan haben insgesamt 16 Zellstoff- und Papierfabriken mit einer Kapazität von 6,8 Mio. t Papier, Karton und Pappe und 5,6 Mio. t Zellstoff ihren Standort (Quelle: RISI).
Es ist davon auszugehen, dass ein Teil dieser Fabriken entweder durch das Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami direkt beschädigt wurden oder durch die Zerstörung der Infrastruktur und der daraus resultierenden mangelnden Rohstoffversorgung in der Produktion stark beeinträchtigt sind. Insgesamt wurden in Japan im vergangenen Jahr 27,4 Mio. t Papier, Karton und Pappe und 9,5 Mio. t Zellstoff produziert.

Auf die weltweiten Papiermärkte dürften die Ereignisse in Japan keine allzu gravierenden Auswirkungen haben. Die japanische Papierindustrie ist weitestgehend autark. 2010 wurden lediglich 1,4 Mio. t exportiert, was einem Anteil von 5 % entspricht. Der Anteil der Importe am Papierverbrauch von 27,8 Mio. t lag bei 1,8 Mio. t. Dies entspricht einem Anteil von rund 6 %.

Die Zellstoffproduktion lag 2010 in Japan bei 9,5 Mio. t. Davon wurden lediglich 0,4 Mio. t exportiert. Demgegenüber wurden rund 1,8 Mio. t importiert. Das entspricht einem Anteil von etwa 16 % am Zellstoffverbrauch von 10,9 Mio. t.
Verband Deutscher Papierfabriken (vdp)

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