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Kastanienminiermotte wieder auf dem Vormarsch

Auch in diesem Jahr setzt die Kastanienminiermotte den Kastanien bereits Anfang Juli zu. Bundesweit sind große braune Stellen auf den Blättern zu entdecken. Nur, wo seit Jahren kräftig im Herbst Laub gesammelt wird, ist der Befall noch geringer.

Seit zwei Jahrzehnten werden die Kastanien durch die Kastanienminiermotte (Cameraria ohridella) in ihrer Vitalität beeinträchtigt. Dieser Schädling ist ein aggressiver, winzig kleiner Schmetterling, eine Motte, die aus dem Balkan eingewandert ist und sich hier ohne natürlichen Gegenspieler ungehemmt vermehren konnte. Durch die Miniermotte verlieren die Kastanien seit Jahren ihre Blätter bereits im Spätsommer. Die durch zahllose Fraßstellen in den Blättern verminderte Fotosynthese und die so verkürzte Vegetationszeit führen dazu, dass die geschwächten Bäume anfälliger gegen Pilze, Bakterien und anderen Schädlinge werden.

Kastanienminiermotte bundesweit ein Problem

Besonders gefährlich für die Kastanien ist das Bakterium Pseudomonas syringae, das die Kastanien stark schädigt. Das Bakterium verstopft die Leitungsbahnen und macht den Wasser- und Nährstofftransport unmöglich. Betroffen ist die Hälfte aller Kastanien bundesweit, sowohl junge als auch alte Bäume. Manche Städte, wie zum Beispiel Krefeld, Duisburg, Viersen und Essen haben bereits große Ausfälle zu beklagen. Erkennbar ist der Befall durch blutende Stellen am Stamm, ein teilweises Absterben der Kronen oder eine dunkelbraune bis schwarze Verfärbung unter der Rinde sowie Stamm- und Astrisse.

Es gibt noch keine einsetzbaren Gegenmittel. Allein das gewissenhafte Laubsammeln und Verbrennen kann die Überlebenschance der Bäume erhöhen, da der Schädling in den Blättern überwintert. Auch die Wissenschaft, wie Prof. Dr. Michael Müller, Professor für Waldschutz an der TU Dresden, unterstützt das Engagement der Waldschützer.

Laub sammeln!

Deshalb heißt es wieder rund um den Aktionstag am 11. November, je nach Stand des Laubabfalles, das Laub vollständig zu sammeln und anschließend zur Verbrennung zu bringen. Christoph Rullmann, Bundesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), stellt fest: „In Gegenden, in denen seit Jahren das Kastanienlaub konsequent gesammelt wird, sehen die Kastanien viel besser aus. Von den Kommunen erhoffen wir uns weiterhin so gute Unterstützung.“

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

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