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Kartellstreit zur Rundholzvermarktung: Waldbesitzer warnen vor jahrelangem Stillstand

Die Forstkammer, der Verband der baden-württembergischen Waldbesitzer, äußert sich enttäuscht über die jüngsten Entwicklungen im Kartellstreit zur Rundholzvermarktung. „Wir teilen die Einschätzung des Landes, dass der letzte Beschlussentwurf des Bundeskartellamts keine rechtssichere Basis für eine Neuorganisation im Forstbereich gewesen wäre“, so Verbandspräsident Roland Burger.
Aber ein Gerichtsverfahren sei für alle Beteiligten eine denkbar schlechte Lösung. „Wenn wir Pech haben, verlängert sich damit die Unsicherheit über die Zukunft der Strukturen um Jahre.“ Für die betroffenen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sei das eine große Belastung. Man bedauere daher, dass es Kartellbehörde und Land nicht gelungen sei, sich auf dem Verhandlungsweg zu einigen.
Forstkammer befürchtet einen organisatorischen Stillstand im Forstbereich.
„Alle Branchen suchen händeringend qualifizierte Nachwuchskräfte. Da können wir es uns nicht leisten, jedes freiwerdende Revier nur noch unter Vorbehalt zu besetzen“, konstatiert Burger. „Ich fordere daher die Verantwortlichen in den Landkreisen und im Ministerium auf, jetzt nicht in einen Dornröschenschlaf zu verfallen, sondern die erkennbar notwendigen Strukturanpassungen zeitnah, konsequent und zukunftsfähig umzusetzen.“ Im Bereich der Holzvermarktung müsse der vom Land bereits 2008 eingeschlagene Weg des Aufbaus und der Stärkung eigenständiger Vermarktungskooperationen konsequent weitergegangen werden.
In dem seit Dezember 2013 neu aufgeflammten Kartellverfahren setzt sich die Forstkammer als Verband der privaten und kommunalen Waldeigentümer in Baden-Württemberg für den Erhalt des besitzartenübergreifenden, öffentlichen Reviersystems ein. Gleichzeitig befürwortet der Verband den Aufbau eigenständiger Strukturen im Bereich der Holzvermarktung. Wichtig sei es, ein flächendeckendes Dienstleistungssystem zu sichern und gleichzeitig die Wahlfreiheit der Waldbesitzer zu stärken. Diese Grundhaltung vertritt die Forstkammer auch bei der Debatte um die mögliche Änderung des Bundeswaldgesetzes.
Die Forstkammer Baden-Württemberg vertritt die Interessen der privaten und kommunalen Waldbesitzer in Baden-Württemberg gegenüber der Volksvertretung, der Regierung und der Öffentlichkeit. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg ca. 230.000 Waldbesitzer – ländliche Gemeinden, Großstädte, Waldbauern und große private Familienbetriebe. Ihnen gehören 3/4 des Waldes in unserem Bundesland, über 1 Mio. ha.
Forstkammer Baden-Württemberg

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