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Kartellamtsbeschluss zur Holzvermarktung in Baden-Württemberg

Kartellamtsbeschluss zur Holzvermarktung in Baden-Württemberg

Anlässlich einer Landespressekonferenz am 14. Juli in Stuttgart berichtete Minister Alexander Bonde über die neuesten Entwicklungen im Kartellrechtsstreit zur Holzvermarktung – erwartet wird die klärende Entscheidung.
Sollte das Bundeskartellamt auf einer strukturellen Trennung der Holzvermarktung aus dem Staatswald und dem Kommunal- oder Privatwald beharren, hält der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) einen Staatsforstbetrieb für einen sinnvollen Kompromiss.
„Ziel muss eine Einigung sein, die auch nach dem Kartellspruch flächendeckend geordnete und möglichst umfassende Zuständigkeiten garantiert“, sagte DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt. Insbesondere die kosten- und personalintensive Aufgabe der Betreuung im Kleinstprivatwald sei von Landkreisen und Zusammenschlüssen allein nicht zu leisten.
Nichtsdestotrotz biete die aktuelle Diskussion auch die Chance, den notwendigen Entwicklungsprozess im Nichtstaatswald hin zu effizienten und zukunftsfähigen Strukturen voranzutreiben. Für den Nichtstaatswald (76 %) könnten somit die unteren Forstbehörden bei den Gemeinden der Stadtkreise und den Landratsämtern zuständig bleiben. Wichtig dabei sei allerdings eine zentrale forstpolitische Steuerung. Für den Staatswald (24 %) müsste hingegen eine eigene Organisation installiert werden. Dies hätte den Vorteil, dass Standards und Betreuung auf bewährt hohem Niveau blieben und die Holzmobilisierung im Privatwald intensiviert werde, so Schmidt. Die Praxis zeuge bereits von hervorragenden Beispielen für eine nutzbringende Kooperation.
Hintergrund: Die aktuelle Beschlussvorlage des Bundeskartellamtes richtet sich gegen die Holzvermarktung des Staatsforstes in Baden-Württemberg. Die Wettbewerbshüter wollen dem Land verbieten, Nadelholz von Kommunen und privaten Waldbesitzern zu vermarkten. Ein Verbot der gebündelten Holzvermarktung würde bestehende Forststrukturen zerschlagen und hätte weitreichende Folgen für Privat- und Kommunalwälder. Um eine Klärung herbeizuführen, debattierten jüngst die Vertreter des Landes, der Kommunen und des Bundeskartellamtes über Lösungsmodelle.
Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband

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