ABO
Kanzler Dieter Kienzle i. R.

Kanzler Dieter Kienzle i. R.

Dieter Kienzle, der Kanzler der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR), ging nach über 30 Jahren als Verwaltungschef Ende Juni in den Ruhestand. Nur wenige Persönlichkeiten, die selbst keine forstliche Ausbildung durchlaufen haben, dürften die Forstwirtschaft Deutschlands so mitgeprägt haben wie Dieter Kienzle. Als er 1983 die Verantwortung für Haushalt, Liegenschaften und Personal am Schadenweilerhof in Rottenburg übernahm, blickte die Ausbildungseinrichtung auf eine fast 30-jährige Geschichte zurück.
Ab 1979 bildete die Fachhochschule auf der Basis eines Staatsvertrags der Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie der Bundesforstverwaltung verwaltungsintern den Nachwuchs für den gehobenen Forstdienst aus. Nach der Kündigung des Staatsvertrags hatte sich die Hochschule ab 1995 im Wettbewerb der deutschsprachigen „forstlichen Hochschullandschaft“ zu behaupten. Daran, dass dies gut gelungen ist, hatte der Verwaltungsdirektor ganz erheblichen Anteil. Früh hat er sich dafür eingesetzt, über Kooperationen mit anderen Hochschuleinrichtungen den Weg einer zielgerichteten Expansion einzuschlagen.
Der Kooperation mit der benachbarten Universität Tübingen im Jahr 2001 folgten Vereinbarungen mit der Universität Hohenheim, die Gründung der „Hochschulregion Tübingen-Hohenheim (2005)“, ein gemeinsamer Master-Studiengang mit den Hochschulen für Technik in Stuttgart und Ulm (SENCE) und seit 2007 bis heute die Entwicklung von vier weiteren Bachelor-Studiengängen, die sich zusammen mit dem Studiengang Forstwirtschaft zu einem modernen Ausbildungs-Portfolio unter dem Dach einer „Lehre für eine nachhaltige Entwicklung“ fügen. Heute heißt die frühere Fachhochschule „Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR)“ und ist ein anerkanntes Kompetenzzentrum für die Bereiche Forstwirtschaft, Bioenergie, regenerative Energien im Allgemeinen, Holzwirtschaft, Wassermanagement und ländliche Entwicklung.
Voraussetzung für die Entwicklung der Hochschule war immer eine auskömmliche Finanzierung. Diese zu sichern war Aufgabe des Verwaltungsdirektors, der 2005 mit der Novellierung des Landes-Hochschulgesetzes in den Status eines Kanzlers als Wahlbeamter mit achtjähriger Amtszeit wechselte. Dazu gehörte 2008 Kienzles aktive Mitarbeit am Wettbewerbsbeitrag der HFR für den vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ausgelobten Preis „Exzellenz und Kooperation“, aus dem die HFR als Gewinner hervorging. Das damit verbundene Preisgeld war der „Startschuss“ für eine bis dahin für unmöglich gehaltene Entwicklung der Hochschule.
Seitdem hat sich die Größe des Professorenkollegiums mehr als verdoppelt, dessen Kompetenzen weit über die Forstwirtschaft ausgeweitet, die Studierendenzahl fast verdreifacht und die Anzahl der Studiengänge auf sechs gesteigert. Dank Dieter Kienzles großen Engagements ist es gelungen, die HFR auch baulich weiterzuentwickeln und die Attraktivität und die Funktionalität der Hochschule zu steigern. Er hat die Hochschule durch teilweise turbulente Zeiten begleitet und eine ganze „Förster-Generation“ mitgeprägt. Dafür gebührt ihm unser großer Respekt und Dank.
Prof. Dr. Bastian Kaiser

Auch interessant

von