Holzverkauf und Holzpreise

Kaniber fordert verlässliche regionale Lieferketten

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Nach dem DFWR-Präsidenten Georg Schirmbeck, äußert sich auch die bayerische Forstministerin Kaniber zur aktuellen Holzmarktlage. Kaniber fordert angesichts des Preisungleichgewichts zwischen Sägewerken und Forstwirtschaft verlässliche regionale Lieferketten. Eine schnelle Änderung des Forstschädenausgleichsgesetzes hält sie für kaum machbar.

Der aktuelle von Holzbaufirmen beklagte Holzmangel habe seine Ursache in erster Linie darin, dass deutsche Großsägewerke das geschnittene Holz zu höheren Preisen ins Ausland, vor allem in die USA, exportieren. „Der Markt vor der Säge ist ein anderer als der Markt nach der Säge“, erklärte Forstministerin Michaela Kaniber.

Faire Preise für alle

Die Knappheit von Holz auf dem bayerischen Bau hänge vor allem mit den Exporten der Sägewerke ins Ausland zusammen. Deshalb brauche es jetzt die Solidarität der deutschen Sägeindustrie mit den heimischen Zimmereien und Baufirmen, so Kaniber. Und weiter: „Wir brauchen langfristige und verlässliche regionale Lieferketten und faire Preise sowohl für Bauherren als auch für unsere Waldbesitzer. Denn die Sägewerke brauchen die Abnehmer im Inland auch später wieder.“ Die Forstministerin betonte, den Aufbau langfristiger regionaler Handelsbeziehungen unterstützen zu wollen.

Bagatellgrenze für Kleinwaldbesitzer?

Eine Initiative zur Änderung der Bundesverordnung wäre nicht rasch umzusetzen und würde auf Widerstände anderer Länder stoßen. Auch würden dadurch vielen privaten Waldbesitzern erhebliche steuerliche Vorteile genommen. Um die Situation unbürokratisch zu entschärfen, könnte über die Einführung einer Bagatellgrenze bei Kleinwaldbesitzern vielen Beteiligten rasch geholfen werden. Kleinbetriebe werden bei den aktuellen Vollzugsvorschriften derzeit nämlich besonders belastet.

Quelle: BayStMELF