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Kanadier liefern weniger Nadelschnittholz, verdienen aber mehr

Im April 2017 hat die Trump-Administration kanadisches Nadelschnittholz mit harten Einfuhrzöllen belegt. Die starke Schnittholznachfrage und hohe Preise setzen jedoch zunehmend die US-Verbraucher unter Druck – nicht die kanadischen Produzenten.

Der vorangegangene Handelskonflikt über Nadelschnittholz mit den USA hatte noch zum Verlust von etwa 20.000 kanadischen Arbeitsplätzen in der Forstwirtschaft geführt und rund 400 Sägewerke in Kanada mussten schließen, berichtet toronto.citynews.ca. Diesmal ist es anders: „Wir haben bisher keine Sägewerksschließungen im Zusammenhang mit dem Handelsstreit registriert“, betonte Derek Nighbor, Präsident des kanadischen Herstellerverbands für Holzprodukte.

Ganz im Gegenteil: Die Holzpreise wurden teilweise durch die Zölle, aber auch durch die hohe Nachfrage, den boomenden Hausbaumarkt in den USA sowie durch Waldbrände und durch Winterwetter bedingte Lieferverzögerungen in die Höhe getrieben: Der Preisanstieg von 30 % gleicht die von den USA verhängten Einfuhrzölle von 10 bis 24 % mehr als aus. Angesichts dieser Preise haben einige kanadische Unternehmen ein rückläufiges Interesse von US-Kunden an ihren Produkten festgestellt: Das Liefervolumen von kanadischem Nadelholz in die USA ging im vergangenen Jahr um 7 % zurück. Dennoch haben kanadische Unternehmen mehr daran verdient, heißt es beim Herstellerverband.

Da die USA nicht die gesamte Holznachfrage im eigenen Land decken können, haben US-Importeure in anderen Lieferländer mehr geordert: Für 2017 meldet das US-Landwirtschaftsministerium, dass Nadelschnittholz-Importe aus Deutschland um 268 % und jene aus Russland um 30 % gestiegen sind.

holzkurier.com

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