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Kampf gegen illegalen Holzeinschlag

Kampf gegen illegalen Holzeinschlag

Im Kampf gegen den weltweiten Handel mit illegal eingeschlagenem Holz wird zukünftig der genetische Fingerabdruck zur Erkennung der Herkunft des Holzes eine immer wichtigere Rolle spielen. Über neue Verfahren zur Holz-Analyse und die internationalen Anstrengungen zum Schutz der Wälder informierte sich Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner am 30. August in Hamburg bei einem Besuch des Bundesforschungsinstituts für ländliche Räume, Wald und Fischerei, dem Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Hamburg.

„Der illegale Holzeinschlag ist ein internationales Problem und trägt besonders in den tropischen Entwicklungsländern maßgeblich zur Waldzerstörung bei. Das führt nicht nur zum Verlust von biologischer Vielfalt, sondern schädigt auch das Klima und erschwert unseren entschlossenen Kampf gegen die Armut“, sagte Ministerin Aigner. Schätzungen zufolge verursacht die fortschreitende Entwaldung rund 20 % der weltweiten CO2-Emissionen. Die Folgekosten der weltweiten Waldvernichtung und der Schädigung der Bestände summieren sich nach neuen Berechnungen auf bis zu 4,5 Billionen US-Dollar pro Jahr – mehr Geld als die jüngste Finanzkrise vernichtet hat.

Ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen den illegalen Holzeinschlag ist die Kontrolle des Handels mit illegalem Holz. Ab März 2013 gelten in allen EU-Mitgliedstaaten neue Vorschriften, nach denen illegal geschlagenes Holz auf dem europäischen Markt nicht verkauft werden darf. Illegaler Holzeinschlag liegt vor, wenn Holz unter Verstoß gegen nationales Recht geschlagen, befördert, verkauft oder erworben wird. Die neuen EU-Vorschriften sind aber nur dann wirksam, wenn ihre Einhaltung auch kontrolliert werden kann. Die dazu notwendigen wissenschaftlichen Methoden werden im vTI entwickelt. Nach Untersuchungen des Bundesinstituts liegt der Einfuhranteil von Holz aus illegaler Herkunft nach Deutschland, einschließlich indirekter Importe über Drittländer, zwischen 3 und 6 % bezogen auf die Gesamteinfuhr von Holz und Holzprodukten. Deutschland importierte im Jahr 2009 insgesamt rund 106 Mio. Kubikmeter Holz und Holzprodukte.

Zu unterscheiden sind Methoden zur Bestimmung der Holzart und solche zur Bestimmung der Herkunft. Auf dem Gebiet der Holzartenbestimmung ist das vTI führend. Dies ist zum Beispiel wichtig um verhindern zu können, dass Holz von Baumarten eingeführt wird, die nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) geschützt sind. Zudem hat das vTI maßgeblich an der Entwicklung eines innovativen Systems zur Herkunftserkennung von Holz mit Hilfe des genetischen Fingerabdrucks mitgewirkt. Die Herkunft sagt etwas darüber aus, auf welchem Kontinent, in welchem Land bzw. in welcher Region die Bäume gefällt wurden. So kann geprüft werden, ob es sich um eine illegale Holzernte handelt. Mit Hilfe modernster Technik kann beispielsweise unterschieden werden, aus welchem Land das wertvolle „Echte Mahagoniholz“ kommt. Dieses unterliegt dem Washingtoner Artenschutzabkommen und der Holzeinschlag ist beispielsweise in Brasilien und Guatemala verboten, wohingegen er in Peru erlaubt ist, weil dort noch eine nachhaltige Bewirtschaftung möglich ist.
 

BMELV

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