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Konvergente Vegetation in hochozeanischen borealen Gebieten der Nord- und der Südhemisphäre

Quelle: Forstarchiv 80: 5, 289-296 (2009)
Autor(en): HAEUPLER H

Kurzfassung: Im Rahmen von zwei Reisen in den Norden Europas (mit Exkursionen durch Island und die Westküste Norwegens) und im gleichen Jahr 2007 in die Antarktis (Beagle Kanal und Exkursion in Feuerland) fielen die enormen physiognomischen Ähnlichkeiten im Landschafts- und Waldbild (Abbildungen 1 und 2) sowie auch im Detail der Wald bildenden Baumarten (Abbildungen 3 und 4) auf. Bei beiden Gebieten handelt es sich um stark ozeanisch beeinflusste Räume. Deshalb liegt die Frage nahe: Handelt es sich hierbei um wirklich vergleichbare Formationen im Sinne der Vegetationsgeographie? Dies würde voraussetzen, dass beide zum borealen Zonobiom im Sinne von Walter und Breckle (1999) zu zählen sind. Im Rahmen einer Literatur-Recherche suchte ich nach Zeugen, denen ähnliche Konvergenzen zwischen Nord- und Südhemisphäre (auch bei anderen Formationen außerhalb der Wälder) aufgefallen waren. Seit Darwin (1845) waren dies einige Stimmen, die bislang aber offenbar wenig von Vegetationsgeographen und Ökologen beachtet wurden. Auch kartografische Untersuchungen (s Abbildung 11) lassen mich immer mehr zu der Überzeugung kommen, dass in Südamerika zwischen 47° und 56° südlicher Breite entgegen der allgemeinen Lehrbuchmeinung ein gut entwickeltes boreales bzw. kalt temperiertes Zonobiom existiert, wenn auch mit teilweise endemischen Besonderheiten


Convergent vegetation in highly oceanic boreal regions of the northern and southern hemisphere

Abstract: During two voyages to northern Europe (through Iceland and along the Norwegian coast) and in the same year 2007 to the Subantarctic (Beagle Channel and Tierra del Fuego) I found the strong convergences of both the landscape and the forest stands to be very remarkable (Figures 1 and 2), the same applies for the tree species (Figures 3 and 4). The question rises, whether there is a comparable physiognomic formation in the sense of phytogeography This would imply that both the northern hemisphere and the southern hemisphere woodlands belong to the boreal biome in the sense of Walter and Breckle (1999). I conducted a literature review and found several references supporting this point of view, until back to Darwin (1845). Unfortunately, these sources have obviously been overlooked by biogeographers. Additionally, after comparing equally scaled maps of southern and northern America (see Figure 11) I am increasingly convinced that there is a boreal, cold temperate biome between 47° and 56° of southern latitude, however, with some endemic peculiarities.

© DLV München

 

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