Forstbetrieb Waldschutz

Kalkung per Helikopter – wichtig für Wald, Klima und Mensch?

Bearbeitet von Carolin Föste

Seit Juli finden im Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) Kalkungen von versauerten Waldböden per Hubschrauber statt. Insgesamt sollen damit bis Ende Oktober über 7.000 ha Wald klimastabil gemacht werden.

In stark versauerten Böden sind Nähstoffe für Bäume schlechter verfügbar. Der Zustand der Wälder ist dabei an einigen Standorten ein menschengemachtes Problem. Auch Bodenlebewesen leiden unter den Folgen. Durch Kalkungen möchte man die Wälder verarzten und nachhaltig klimastabil machen.

Saurer Regen: Kalkung neutralisiert Waldböden

„Die Kalkung ist eine Sanierungsmaßnahme“, erläutert Sachsens Forstminister Wolfram Günther. „Insbesondere im vergangenen Jahrhundert haben Kraftwerke und Industrie riesige Mengen an Schwefelverbindungen in die Atmosphäre ausgestoßen. Die Folge war saurer Regen, der über viele Jahre unsere Wälder stark geschädigt hat. Nicht umsonst haben wir vom Waldsterben gesprochen.“

Die entstandene Schwefelbelastung wirke bis heute nach. „Mittlerweile sind die Wälder dank Filteranlagen und der Arbeit der Forstleute wieder grün. Viele Böden sind aber immer noch und teils tiefgreifend versauert. Mit dem Kalk heilen wir also die Folgen von in rund 200 Jahren menschlich verursachten Schadstoffeinträgen und schützen letztlich auch unsere Gesundheit. Außerdem stellen wir wieder einen natürlicheren Bodenzustand her“, so Günther. Für die menschliche Gesundheit sei dies wichtig, da die Filterfunktion des Waldes bei Übersauerung eingeschränkt ist: Schwermetalle und Aluminium können vom Regen ausgewaschen werden und das aus dem Wald gewonnene Trinkwasser belasten.

Nachhaltigkeit im Wald braucht Maßnahmen

„Wir brauchen intakte Böden, damit der Waldumbau zu gesunden und stabilen Mischwäldern gelingt.“ Für die Dauer der Maßnahmen sei die Waldnutzung, auch zu Erholungszwecken, eingeschränkt. Für wenige Tage werden betroffene Waldabschnitte gesperrt. Die SBS bittet daher um Verständnis.

Die Kalkung finde nur auf durch menschliches Zutun versauerten Böden statt. Um die Böden schonend zu neutralisieren, brauche es mehrere wiederholende Kalkungen. Die Maßnahmen werden allerdings maximal alle zehn Jahre durchgeführt.

Magnesiumkalke aus Deutschland schützen Wald

Auf den Wald verteilt, sei die Menge an kohlesauren Magnesiumkalken, die in Bayern und Thüringen gewonnen und zur Kalkung in Sachsen genutzt werden, minimal. Pro qm Waldboden seien es nur 300 g. In Summe brauche es dennoch über 21.000 t Material für die Bodenschutzkalkung.

Eigentumsübergreifend profitieren davon Staats-, Privat und Körperschaftswälder. Die Kalkung erfolge nach wissenschaftlichen Empfehlungen und nur in engen Absprachen, auch mit den Natur- und Wasserbehörden. Ob die Bodenschutzkalkungen wirken, werde in der aktuell laufenden Bodenzustandserhebung überprüft.

Quelle: SBS