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Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW) vertritt als Dachverband für 13 Landesverbände die Interessen der privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer in Deutschland.

Kalamitäten-Fonds für Waldbesitzer gefordert

Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), Philipp Frhr. zu Guttenberg forderte zusammen mit dem Vorsitzenden des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt, Franz Prinz zu Salm-Salm und dem Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Hermann Onko Aeikens, die Einrichtung eines Kalamitäten-Fonds für Waldbesitzer. Diese Forderung wurde durch eine Exkursion in die Letzlinger Heide unterstrichen, bei der auf erschreckende Art und Weise das Ergebnis einer verfehlten Waldpolitik in Zeiten des Klimawandels zu erleben war: eine Kahlfläche mit der Größe von 112 Fußballfeldern inmitten der zusammenhängenden Waldgebiete der Letzlinger Heide.
Zwar sei seit mehr als 100 Jahren bekannt, dass diese Region zu den Hauptgebieten von Kiefernschädlingen gehörte, doch gelang es bisher, auf diese Gefahren zu reagieren. Warme und trockene Jahre begünstigen allerdings den Verlauf und die Häufigkeit von Kalamitäten. In diesen Jahren wird zudem die Regeneration der geschädigten Kiefern erschwert, so dass es zu flächigen Ausfällen kommt. Hier mache sich der Klimawandel in seiner ganzen zerstörerischen Brutalität bemerkbar.
Philipp zu Guttenberg: „Der Klimawandel mit seinen fatalen Auswirkungen ist bereits jetzt bittere Realität in unseren Wäldern. Um die katastrophalen Folgen für unsere Wälder und demzufolge für die Waldbesitzer zu bewältigen, ist dringend eine langfristige finanzielle Vorsorge nötig. Es kann nicht sein, dass die Waldbesitzer den von der Gesellschaft forcierten Klimawandel mit seinen einschneidenden Folgen allein schultern müssen. Der Klimawandel und seine Auswirkungen liegen in einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung. Die Waldbesitzer haben keinen Einfluss auf die Schadensursache müssen aber die Folgen allein tragen. In Kombination mit den bisher geleisteten, nicht honorierten Wohlfahrtsleistungen ist die Sozialpflichtigkeit bei weiten überschritten, da es immer mehr zu gravierenden betriebswirtschaftlichen Belastungen kommt.“
Prinz Salm ergänzte: „In Berlin werden diese Mondlandschaften ignoriert. Man setzt sich mit der Realität in den zuständigen Ministerien einfach nicht auseinander, obwohl von allen Fachleuten die Situation vor Ort mit stetig wachsender Sorge verfolgt wird. Stattdessen betreibt man all zu billigen und angesichts dieser Probleme überholten Biodiversitätspopulismus! Damit fällt ein gewichtiges Problem politischer Ignoranz zum Opfer.“
Landwirtschaftsminister Dr. Aeikens stimmte dem teilweise zu und fordert eine unbürokratische Gesetzgebung, die im Kalamitätsfall unterstützend den Waldbesitzern zur Seite stehe. Er sähe die Aufgaben eines Kalamitäten-Fonds auch in der Unterstützung einer weitergehenden Forschung. „Denn wenn das hier das Resultat unserer Naturschutzpolitik ist, dann kann ich nur sagen: Gute Nacht.“ so zu Guttenberg mit Blick auf die weiten, kahlen Flächen rundherum.
 
AGDW

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