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Befallene Stämme werden rasch entrindet, aus dem Wald transportiert und die Baumkronen gehäckselt.

Käfer-Gefahr: Kaniber stellt Maßnahmenpaket vor

Forstministerin Michaela Kaniber will den bayerischen Waldbesitzern bei der Bekämpfung der Borkenkäfer Hilfestellungen leisten. Sie reichen von finanziellen Anreizen über Fachberatung bis hin zu personeller und organisatorischer Unterstützung, wie die Ministerin am 8. Juni 2018 in München mitteilte.

Kaniber sagte: „Wir müssen mit einer besonders starken Vermehrung und Ausbreitung der Käfer rechnen.“ Denn die Wälder im Freistaat seien vielerorts durch Trockenheit und Stürme geschwächt. Zudem habe das warme Wetter der vergangenen Wochen die Entwicklung der Waldschädlinge stark beschleunigt. Weil Borkenkäfer bei einer Massenvermehrung ganze Waldbestände zum Absterben bringen können, ist nach Aussage der Ministerin in den nächsten Monaten eine effiziente Bekämpfung unverzichtbar.

Der Brutraum wird den Käfern entzogen

Dabei komme es entscheidend darauf an, dem Käfer Brutraum für die weitere Vermehrung zu entziehen. Befallene Stämme werden rasch entrindet, aus dem Wald transportiert und die Baumkronen gehäckselt. „Wir werden unsere Waldbesitzer bei dieser Herausforderung nach Kräften unterstützen“, so Kaniber. Ihr Maßnahmenpaket enthält folgende Punkte:

Für das Entrinden oder Häckseln befallenen Holzes können Waldbesitzer ab sofort Zuschüsse von bis zu vier Euro pro Kubikmeter erhalten, ebenso für eine Zwischenlagerung der Stämme außerhalb des Waldes. Wenn dafür Lagerplätze erst eingerichtet werden müssen, gibt es von Seiten der Forstverwaltung finanzielle und organisatorische Hilfe. In besonders betroffenen Regionen werden in den nächsten Monaten zusätzliche Förster eingesetzt, um die Waldbesitzer noch intensiver beraten und unterstützen zu können. Zudem sind finanzielle Anreize für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse geplant, die Waldbesitzer über Pflegeverträge bei der Waldbewirtschaftung entlasten. Und darüber hinaus sollen regionale Runde Tische die Zusammenarbeit zwischen Waldbesitzern, Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen und Forstbehörden intensivieren.

Damit die Waldbesitzer tagesaktuell über die Bedrohungslage in ihrer Region informiert sind, wird nach Auskunft der Ministerin das Borkenkäfer-Monitoring der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) laufend aktualisiert. Es kann unter www.borkenkaefer.org abgerufen werden. Weitergehende Informationen erhalten Waldbesitzer bei ihrem zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten – bei der Suche hilft der „Försterfinder“ unter http://www.waldbesitzer-portal.bayern.de.

StMELF

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