Waldbau

Junge Eichen im Kampf gegen den Klimawandel

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Das letzte Jahr war für den Wald ein Mastjahr. Davon sprechen Forstleute, wenn die Natur im Wald reiche Ernte gebracht hat. Viele Bäume, darunter v.a. Eichen und Buchen hingen voll mit Samen und Früchten. Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) haben sich das zunutze gemacht und Eicheln gesät. Die Eichensaat ist gut aufgegangen. Die heranwachsenden Bäume sollen zukünftig zu einem klimastabilen Mischwald beitragen.

BaySF-Förster Simon Schmidt hat in seinem zwischen Schnaittenbach und Pfreimd gelegenen Revier Kettnitzmühle im Neunaigener Forst, welcher von Kiefern geprägt ist, auf insgesamt 2,5 ha Eicheln säen lassen. Nach einem guten halben Jahr zeigen sich nun erste Ergebnisse: Aus den Eicheln sind bereits tausende kleiner Bäumchen gewachsen, schon jetzt bis zu 40 cm hoch.

Zäunung ist zu Beginn wichtiger Schutz

Um in Wäldern die nur aus einer Baumart bestehen, in diesem Fall Kiefer, Mischbaumarten einzubringen gibt es nur zwei Möglichkeiten: Pflanzen oder Säen. Bei der Eiche bevorzugt Förster Schmidt letzteres: „Wesentlich für eine erfolgreiche Entwicklung stabiler und strukturreicher Eichenbestände ist ein ungestörtes Wurzelwachstum und eine hohe Pflanzendichte. Beides kann man durch die Saat optimal erreichen“. Zum Schutz vor Wildschweinen, die es auf die Eicheln abgesehen haben und Rehe, die sich über die jungen Eichentriebe hermachen würden, wurde die Saatfläche eingezäunt. Rehe würden Abwechslung lieben und daher in dem reinen Kiefernwald am liebsten die Eichen verbeißen, kommentiert Förster Schmidt den noch notwendigen Zaun. Saat und Zaun sind die beste Voraussetzung damit die kleinen Eichen in seinem Revier zukünftig Teil eines klimastabilen Waldes werden. Und das ist auch gut so, denn mit nur gut einem Prozent Flächenanteil im Forstbetrieb Schnaittenbach zu dem auch Schmidts Revier gehört, ist die wichtige Baumart Eiche noch sehr spärlich vertreten.

Eiche hat positive Klimaprognose

Die durch den Klimawandel zunehmende Trockenheit macht es auch in der Oberpfalz notwendig den Wald anzupassen und damit auch mehr Eichen zu säen oder zu pflanzen. Die Klimaprognose für die Eiche ist nämlich sehr positiv, da sie mit den vermehrt auftretenden Trockenperioden wie in den letzten Jahren gut zurechtkommt. Sie wird damit als stabilisierende Mischbaumart für einen naturnahen Wald immer wichtiger. Zudem ist sie eine der ökologisch wichtigsten heimischen Baumarten, da sie durch ihre Langlebigkeit, ihre grobe Rindenstruktur und ihre offene, lichtdurchflutete Krone mehreren hundert Schmetterlingsarten, Käfern und Pilzen einen Lebensraum bietet. Darunter bekannte, aber äußerst seltene Arten wie der Hirschkäfer oder der Eremit.

Quelle: BaySF