28.12.2011Ausbildung | Ausbildung | Weiterbildung, Fortbildung

Jugend forscht - im Wald

Das im Welterbegebiet Oberes Mittelrheintal gelegene Forstamt Boppard nutzte das Internationale Jahr der Wälder zur Umsetzung eines Schüler-Wettbewerbs für 3. und 7. Klassen aller Schularten. Die den Schulen zugeleitete Ausschreibung enthielt die Ziele und Aufgaben, von Sponsoren gestiftete Preise machten Lust zum Mitmachen und sorgten für Begeisterung zum Abschluss.

Die beiden Siegerklassen, die damalige 3. Grundschulklasse der Michael-Thonet-Schule Boppard und die damalige Klasse 7 der Hauptschule Oberwesel bei der Verleihung der Preise am 8. November 2011 in Oberwesel. Sponsoren, Bertram Fleck, Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Thomas Bungert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel und die Soonwaldfee Leah Noemi König waren ebenfalls zugegen.
Foto: Johannes Nass
Die Dachkampagne zum Waldkulturerbe löste unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Forstamts viele Aktivitäten aus:
  • Die Begründung eines jährlich zu erweiternden Kinderwaldes für Neugeborene und ihre Eltern,
  • eine Pflanzaktionen mit Kindern, Schülern und politischen Funktionären,
  • ein Taiko - Waldkonzert für Freunde japanischer Musik und Athletik,
  • eine musikalische Wanderung in das Mittelrhein- Musikfestival eingebettet,
  • von Förstern geführte Wanderungen auf dem jüngst zertifizierten Rhein-Burgen-Weg,
  • an drei Tagen stattfindende Waldjugendspiele mit 52 Klassen und etwa 1.100 Schülern.
 
Die Projekte zeichnen sich durch Informationsvermittlung, Interaktivitäten und Erlebnisatmosphäre aus. Aber werden diese Veranstaltungen auch dem Anspruch nachhaltiger Bewusstseinsbildung zu Gunsten des Waldes gerecht?
 

Jugend forscht - im Wald

Dem sollte das Projekt  "Jugend forscht -  im Wald" genügen. Planung, Organisation und Umsetzung eines umfassenden Aufgabenkatalogs sollten sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Zudem gewährleisten die die Klassenteams führenden Lehrpersonen eine fachlich und inhaltlich umfassende Bearbeitung einer Thematik mit definierter Zielaufgabe. Unter der Kampagnenbotschaft " Wälder sind für uns Menschen wichtig" setzten sich Schüler intensiv mit dem Ökosystem Wald auseinander. 
 
Als Aufhänger diente der sogenannte Walderbebaum,  nach Vorstellung des Forstamts der Baum des Jahres 2011, die Elsbeere. Diese stockt im Weinbauklima des oberen Mittelrheintals natürlich im Traubeneichen - Hainbuchen Lebensraumtyp, hier hat sie einzelbaumweise überwiegend auf trockenen Kuppen die  intensive Niederwaldwirtschaft überstanden. Ihre Verteilung im Forstamtsgebiet ist ungleichmäßig und nicht flächendeckend, so dass das Baumartenspektrum in der Aufgabe auf exponierte, stattliche Baumexemplare erweitert wurde.
 
Der in die Schulen verschickten Einladung wurde ein Merkblatt mit der Aufgabenbeschreibung beigefügt. Der erste Schritt bestand darin, den Walderbebaum über die Information von Förstern, Jägern, Bürgermeistern u. a. zu suchen, zu sichten und festzulegen. Die Schüler tragen die Informationen zum Aufsuchen, Vermessen und Beschreiben des Walderbebaumes zusammen und setzen sich mit den verschiedenen Funktionen des Waldes auseinander, beginnend mit der biologischen Vielfalt und endend mit der Holznutzung. Die Beobachtungen und Kenntnisse  sollen in Form von Fotos, Bildern und kurzen Texten in einem Projektbuch erfasst werden. Die 3. Klassen  stellen den Wald mit seinen Funktionen zusätzlich in einem Diorama dar, die 7. Klassen entwerfen  stattdessen ein Plakat mit den Themenbereichen Wald, biologische Vielfalt und Holznutzung. Die Medien werden in Schülergruppen als Gemeinschaftswerk erarbeitet und einer Jurierung zugeführt.

Für die Bearbeitung des Projekts stand ein halbes Jahr zur Verfügung. Über die Wiederholung des Wettbewerbs in den folgenden  Jahren verfolgt das Forstamt langfristig das Ziel, die auffälligen und selten im Forstamt  vorhandenen Bäume zu erfassen und zu kartieren.
 
 
Die Walderkundung

In einer Pilotveranstaltung suchte eine Grundschulklasse mit Begleitung  durch den Förster das älteste Elsbeervorkommen im Bingerwald auf. Die Schüler identifizierten die Baumart an Hand der birnenähnlichen Borke und der am Boden liegenden Blätter. Sie ermittelten Länge, astfreie Schaftlänge, Brusthöhendurchmesser und Kronenausladung des Baums. Die Schulen im Mittelrheintal auch von außen für das Projekt zu interessieren, stellte die Anwesenheit des zuständigen Landrats, der Printmedien und des regionalen ARD-Senders sicher.
 
 
Jurierung

Fünf weiterführende und 3 Grundschulklassen nahmen  an dem Projekt teil und legten ihre Präsentation vor. Im Forstamt trat die aus einem Künstler, Ausbilder, Naturschützer, Jäger und Förster gebildete Jury zusammen und beurteilte die eingereichten Arbeiten nach der Erfassung von ökologischen und forstlichen Themen, nach Inhalt, Umfang und Struktur, nach künstlerischer und  handwerklicher Darstellungsweise.
 
 
Prämierung

Zur Prämierung und Verleihung der Preise hat das Forstamt Schüler und Vertreter der beteiligten Klassen und die beiden Siegerklassen komplett in das Heuss-Adenauer-Schulzentrum nach Oberwesel eingeladen. Sponsoren, Landrat, Bürgermeister und die Soonwaldfee waren der Einladung ebenfalls gefolgt.
 
Die Sponsoringaktivitäten der Landkreise Mainz-Bingen und Rhein-Hunsrück und der regional ansässigen Volksbank ermöglichten die Prämiierung mit waldfreundlichen Preisen für jede Klasse: Besuch eines Hochwildschutzparks in Rheinböllen, des Kletterseilparks Lauschhütte, des Waldabenteuerparks in Kastellaun und des Walderlebniszentrums im Forstamt Soonwald. Mit einer Gedicht- und Gesangspräsentation bedankten sich die Siegerklassen und ließen ihre Freude auf das Publikum überspringen. Die Begeisterung der Anwesenden verpflichtet das Forstamt zur Fortsetzung des Projekts in den kommenden Jahren.

Landesforsten Rheinland-Pfalz/Dr. Gerd Loskant, Forstamt Boppard

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Im Forstamt trat die Jury zusammen und beurteilte die eingereichten Arbeiten. Foto: Johannes Nass Die beiden Siegerklassen, die damalige 3. Grundschulklasse der Michael-Thonet-Schule Boppard und die damalige Klasse 7 der Hauptschule Oberwesel bei der Verleihung der Preise am 8. November 2011 in Oberwesel. Sponsoren, Bertram Fleck, Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Thomas Bungert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel und die Soonwaldfee Leah Noemi König waren ebenfalls zugegen. Foto: Johannes Nass Das prämierte Diorama der Klassenstufe 3. Foto: Johannes Nass Ein Sonderpreis ging an die Klasse 8 b des Kant-Gymnasiums in Boppard für ihr Poster zur Abies grandis. Foto: Johannes Nass Auftakt der Aktion Jugend forscht – im Wald: 17 Drittklässler rückten im März 2011 zusammen mit ihrer Klassenlehrerin in den Binger Wald aus. Gebietsförster Dieter Bielicki führte die Truppe, um den Baum des Jahres 2011, die Elsbeere, zu finden.
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