Forstpolitik Waldschutz

Jüngste Orkanserie richtet schwere Schäden in den Wäldern an

Bearbeitet von Rainer Soppa

Aktuell liegen noch keine genauen Mengenabschätzung zu den Sturmholzanfällen der vergangenen Orkanserie vor. Die Stürme legen allerdings gleich mehrere Problem der Waldbesitzer wieder frei.

Dazu gehören die möglichen Verwerfungen am Holzmarkt durch den großen Anfall an Kalamitätsholz, das veraltete Forstschädenausgleichsgesetz (ForstSchAusglG) und die Verkehrssicherungspflicht. Hinzu kommen weitere Belastungen durch die Wiederbewaldung der entstandene Schadflächen.

Verkehrssicherungspflicht

Die AGDW – Die Waldeigentümer fordert anlässlich der Schäden im Wald einen Ausgleich und Unterstützung bei Verkehrssicherung und Waldumbau. Dazu lädt die Verbandspitze Bundeswaldminister Cem Özdemir in die Wälder ein. „Die Wetterextreme infolge der menschengemachten Klimaerwärmung reißen nicht ab“, sagte Dr. Irene Seling, Hauptgeschäftsführerin der AGDW – Die Waldeigentümer, „der Wald ist durch die jüngsten Orkane erneut schwer getroffen“.

Entwurzelte und abgebrochene Laub- und Nadelbäume haben auch zu zahlreichen Schäden an Gleisen, Oberleitungen und Straßen geführt. Die Waldbesitzenden fordern daher eine gesetzliche Ausgleichsverpflichtung für unverhältnismäßige Belastungen bei der Verkehrssicherungspflicht. Diese haben nicht nur durch die Wetterextreme zugenommen, sondern auch infolge des wachsenden Verkehrsaufkommens. „Die Verkehrssicherungspflicht darf nicht allein den Waldbesitzenden aufgebürdet werden, sie muss zwischen Bund, Ländern, Verkehrsträgern und Waldbesitzenden verteilt werden“, sagte die Hauptgeschäftsführerin. Sie wies darauf hin, dass § 1 des Bundeswaldgesetzes Bund und Länder zu einem Ausgleich verpflichtet.

Forstschädenausgleichsgesetz

Gleichzeitig muss nach Ansicht der AGDWdie Krisenbewältigung durch die dringend notwendige Reform des Forstschädenausgleichsgesetzes entscheidend verbessert werden. Dieses müsse deutlich besser als bisher dafür sorgen, dass ein Überangebot an Schadholz vermieden, der Holzpreis stabilisiert und die Liquidität der Forstbetriebe gesichert wird. Darüber hinaus müsse über die Honorierung der Klimaschutzleistung der Wälder eine kontinuierliche Unterstützung der Waldbesitzenden beim Waldumbau erfolgen. „Beim Waldumbau sind die vielen privaten und kommunalen Waldbesitzenden seit langem aktiv“, sagte Dr. Irene Seling, „jedoch sind Unterstützung und Hilfsmaßnahmen angesichts der Wucht der wiederkehrenden Wetterextreme aktuell von höchster Dringlichkeit.“

Die Verbandsspitze der AGDW lädt Bundeswaldminister Cem Özdemir in die Wälder ein, um ihm sowohl die akuten Schäden als auch den Waldumbau zu zeigen. „Wir würden uns freuen, den Minister durch den Wald führen zu können“, so die Hauptgeschäftsführerin.

Zu den ersten vorläufigen Einschätzungen aus den Bundesländern lesen Sie auch unsere Meldungen vom 21. Februar und 22. Februar.

Quelle: Red/AGDW, NDR, NLF