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Japanische Forstwissenschaftler staunen über Kinderwägen und Reiter im Wald

Japanische Forstwissenschaftler staunen über Kinderwagen und Reiter im Wald

Im Rahmen der fünften Deutsch-Japanischen Summerschool der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) unter Leitung von Prof. Dr. Sebastian Hein kamen vom 11. bis 18. September rund 50 japanischen Studierende und Professoren der Forstwissenschaft an die HFR, um zum Themenschwerpunkt „Wald und Gesellschaft“ Exkursionsziele in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz zu besuchen.Ziele waren dabei unter anderem der Besuch eines FriedWalds im Schönbuch mit anschließender Führung durch das dortige Rotwildgehege mit einem Vortrag zum Thema „Jagd im Wald“. Einen Einblick in die selten gewordene Plenterwaldbewirtschaftung erhielten die Japaner dann im Westallgäu und staunten über die mächtigen Stämme der Weißtanne, die Sie dann bei einem anschließenden Besuch in einem spezialsierten Kleinsägewerk im Vorarlberg als wertvolle Zuschnitte zur Weiterverarbeitung in der Industrie in der regionalen Wertschöpfungskette weiter verfolgen konnten.Der Besuch im Haus des Waldes war ein weiterer Programmhöhepunkt, zu dem die HFR und das Haus des Waldes zum Deutsch-Japanischen Walddialog eingeladen hatten.Nachdem die Studierenden und Professoren unter Anleitung der pädagogischen Leitung, Katarina Falkenburger, Waldpädagogik in Form von Waldspielen und -experimenten erleben konnten, begrüßte Katja Mahler von der Baden-Württemberg Stiftung die Gäste, unter denen sich auch einige Studierende befanden, die als Stipendiaten der Stiftung an der Summer School teilnahmen.Die SummerSchool 2016 ist Teil des Projektes FForestCC (Forestry and Foresters Crossing Contintents), das die HFR gemeinsam mit den japanischen Partnerinstitutionen Universität Kagoshima, Universität Iwate und der Gifu Academy of Forest Science and Culture im Rahmen des Programms „Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende-BWS plus“, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung, durchführt.Vertreter der Forstkammer BW, PEFC Deutschland, des NABU und ForstBW stellten den japanischen Gästen die jeweils eigene Perspektive vor, wobei auch das Konfliktpotential zwischen den Parteien deutlich wurde. Die japanische Sicht wurde durch zwei Professoren der Universitäten Iwate und Kagoshima vorgestellt und so konnten Unterschiede und Gemeinsamkeiten identifiziert und diskutiert werden.Weitere Exkursionsziele des einwöchigen Seminars waren Holzernteeinsätze in steilen Lagen im Schwarzwald, die in mit Japan vergleichbar anspruchsvollem Terrain mittels Hangharvestern oder Seilkrantechnik durchgeführt wurden, ein erfolgreiches Projekt zur Mobilisierung und Rentabilitätssteigerung von Kleinstprivatwaldbesitz in Osterburken sowie eine Führung durch den Frankfurter Stadtwald unter besonderer Berücksichtigung der Multifunktionalität des Waldes im großstädtischen Raum und unmittelbarer Nähe zu einem der größten Flughäfen der Welt.Abschließend führte es die japanische Gruppe in den südlichen Pfälzerwald nahe Edenkoben, wo die Römer als wichtige natürliche Hinterlassenschaften nicht nur mittels der Weinreben die typische Kulturlandschaft schufen, sondern auch Kastanienwälder anlegten, die sonst eher für Italien und Südfrankreich typisch sind.

HFR

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