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Jahrestagung des Verbandes der Säge- und Holzindustrie Baden-Württemberg

Die gesicherte Rundholzversorgung für die mittelgroßen und kleineren Sägewerksbetriebe in Baden-Württemberg war das zentrale Statement, das bei der Plattformtagung für die Säge- und Holzindustrie am 14. November in Villingen-Schwenningen durchgängig deklariert wurde.
Ob im Kontext mit dem Bundeskartellverfahren, mit der FSC-Zertifizierung des Staatswaldes, mit den Ergebnissen der dritten Bundeswaldinventur oder im Kontext mit politischen Ambitionen guter Mittelstandspolitik der Landesregierung – alles steht und fällt mit den künftigen Rohholzströmen, die auf keinen Fall an den mittelständischen Betrieben vorbei gehen dürfen. Dafür setzt sich der baden-württembergische Verband der Säge- und Holzindustrie (VSH) mit aller Vehemenz ein.
„Die Sägewerksstruktur mit zahlreichen kleinen und mittleren Sägewerken im Land muss erhalten bleiben, das ist auch ein politischer Auftrag“, so der Präsident des Verbandes Wilhelm Schilling. Dazu gehört auch, dass eine Grundversorgung mit Holz in Zukunft auch auf der Fläche verteilt über Versorgungskanäle gewährleistet sein muss. Da kann es nicht angehen, dass Verteilerfunktionen an den Tag gelegt werden, die zu Lasten der kleineren und mittleren Betriebe der Sägeindustrie im Land gehen weil Holzkonzerne bevorzugt werden. Die Forderung der Säger zu vernünftigen Rundholzströmen aus dem Wald heißt: Lokal vor regional, regional vor Ausland. Der VSH sieht in dieser konsequenten Reihung auch ein Potenzial für echte Mittelstandspolitik, die sich stark machen muss für mehr Wertschöpfung im ländlichen Raum und in regionalen Wirtschaftskreisläufen.
Die Überschrift zum Ausgang des Bundeskartellverfahrens titulierte der Geschäftsführer des VSH, Ludwig Jäger: „Die Betriebe der regionalen Struktur sind auf die Versorgung mit Hölzern aus dem Staatswald angewiesen. Sie dürfen nicht von der Versorgung mit Staatswaldholz abgeschnitten werden.“ Zudem sind aktuell die Rundholzpreise in Baden-Württemberg aus dem süddeutschen Gefüge geraten: „Es ist nicht nur der absolute Preis der zu hoch ist. „Es ist vor allem die Spanne zum Rundholzpreis in Bayern und die Spanne zum Schnittholzpreis die nicht passen“, so Ludwig Jäger weiter.
Rohstoffpolitik mit einem differenzierten Blick heißt:
Den Holzverbrauch genau unter die Lupe nehmen, hinschauen wo der überproportionale Rohstoffhunger anfällt. Die großen, zentralen Verarbeitungskapazitäten sollten nicht weiter befeuert werden, wenn nachhaltiges Wirtschaften mit Holz die Devise ist. Die Zeiten des Überflusses sind vorbei, das zeigen auch die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur. Deshalb ist es nur konsequent, dass sich die Politik mehr den Einheiten zuwendet, die eher für das Holz der kurzen Wege und maßvollem Holzverbrauch stehen, so der VSH.
Wer sägt denn die dicken Bäume, die uns jetzt laut Waldinventur zur Verfügung stehen auf? Wohl eher die regionalen Einheiten. Die, zu denen auch die ökologischen Ansprüche des bewussten Verbrauchers von heutzutage passen. Regionale, heimische Produkte – das Holz aus unseren Wäldern muss Politik und Gesellschaft etwas wert sein. Noch gibt es sie, die zahlreichen kleineren und mittleren Sägewerke im ländlichen Raum.
Auf der Tagung gab Wilfried Klenk, Präsident des Landtages Baden-Württemberg einen Bericht zu „Mittelständischen Familienbetrieben im Land“ und Abteilungspräsident Martin Strittmatter, Leiter der Abteilung Forstdirektion Tübingen und Geschäftsführer des Landesbetriebes Forst Baden-Württemberg, hielt einen Vortrag. Außerdem gab es Statments und eine Podiumsdiskussion mit Landtagsabgeordneten.
VSH

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