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Jagdpolitischen Rückstand in Mecklenburg-Vorpommern beenden

Die Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) setzt sich für den Grundsatz „Wald vor Wild“ ein.

Nicht nur Feuer und Borkenkäfer bedrohen unsere Wälder. Neben diesen kaum beeinflussbaren Stressfaktoren wird eine wesentliche, durch Menschen verursachte, Gefährdung des Waldes vergessen: Zu hohe Wildbestände schädigen den Wald und verhindern sein Nachwachsen, auch dort wo aktuell der Wald abstirbt.

Junge Bäume werden durch zu viel Wild aufgefressen. Die natürliche Regeneration der Wälder wird dadurch massiv behindert. Auf dieses Problem haben Forstleute und Waldbesitzer aus Mecklenburg-Vorpommern bereits 2016 in einem gemeinsamen Brief an den den Landwirtschaftsminister in Schwerin aufmerksam gemacht. Es wurden konkrete Gegenmaßnahmen vorgeschlagen. Obwohl viele dieser Vorschläge in anderen Bundesländern bereits erfolgreich umgesetzt werden, herrscht in Mecklenburg-Vorpommern Stillstand.

Angesichts der dramatischen Gefährdung unserer Wälder setzt sich die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern für den Grundsatz „Wald vor Wild“ ein. Das bedeutet, dass die Wildbestände landesweit deutlich reduziert werden müssen. Nur so können sich gesunde artenreiche Mischwälder entwickeln und dem Klimawandel widerstehen.

Urteil aus Bayern

Der Grundsatz „Wald vor Wild“ wurde im November 2018 durch ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes auf Basis des europäischen und deutschen Naturschutzrechtes bestätigt (VGH München, 20.11.2018 – 19 ZB 17.160119 ZB 17.1601 und 19 ZB 17.1602). Das Gericht stellt für Natura-2000-Gebiete klar, dass eine Jagdausübung, die den Grundsatz „Wald vor Wild“ nicht beachtet, den Schutzzielen dieser Gebiete entgegensteht. Die Zeit drängt.

Das Urteil muss Anlass sein, den jagdpolitischen Rückstand in Mecklenburg-Vorpommern zu beenden, so die ANW-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern.

Red./ANW M-V

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