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Jagd-Bilanz für Nordrhein-Westfalen

Jagd-Bilanz für Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen sind im Jagdjahr 2013/2014 rund 956.000 Tiere erlegt worden. Dies geht aus der aktuellen Bilanz des NRW-Umweltministeriums hervor (26.10.2014). Damit sind rund 245.000 wild lebende Tiere weniger als im Jagdjahr davor geschossen worden.
Höhere Abschüsse im Jagdjahr 2013/2014 erfolgten vor allem bei Rotwild, Damwild und Muffelwild: Hier wurden neue Rekordwerte für NRW erreicht. Die acht häufigsten von Jägern erlegten Tierarten in NRW (ohne Fallwild) waren im Jagdjahr 2013/2014 folgende: Ringeltauben 365.308 (Fallwild: 4860), Aaskrähen 113.376 (Fallwild: 556), Wildkaninchen 95.992 (Fallwild: 12.425), Stockenten 63.657 (Fallwild: 754), Rehwild 62.722 (Fallwild: 25.892), Feldhasen 51.949 (Fallwild: 15.036), Füchse 37.456 (Fallwild: 2.977), Fasane 33.818 (Fallwild: 4.890).
Einen deutlichen Rückgang (- 25 %) bei den Abschüssen gab es bei Waschbären, die in NRW in 32 Kreisen und kreisfreien Städten abgeschossen wurden. Diese deutliche Abnahme resultiert im Wesentlichen aus der Situation im Kreis Höxter, der Waschbär-Hochburg in NRW. Hier erlegten die äger rund 37 % weniger Tiere dieser Art als noch im Jagdjahr davor.
Nach einer starken Zunahme der Abschüsse beim Fuchs um 35 % im Jagdjahr 2012/13 ist im abgelaufenen Jagdjahr 2013/14 ein Minus von 35 % zu verzeichnen. Dies legt die Vermutung nahe, dass mit den jagdlichen Eingriffen in 2012/2013 die Fuchspopulationen tatsächlich ausgedünnt wurden.
Im Gegensatz zum Fuchs wurden beim Dachs insbesondere aus dem Münsterland und vom Niederrhein weitere Zunahmen bei Abschüssen gemeldet. Im Saldo ist trotz des Minus von 20 % im Jagdjahr 2013/2014 die zweithöchste Abschuss-Zahl aller Zeiten zu verzeichnen.
Artenschutz stärken
Die Erhaltung der Artenvielfalt in unserer Natur ist der Landesregierung ein besonderes Anliegen. Daher hat die Förderung der Entwicklung heimischer Arten Vorrang vor jagdlichen Interessen. Der Katalog der jagdbaren Arten soll in Nordrhein-Westfalen daher neu festgelegt und anhand bestimmter Kriterien aktualisiert werden: Mit Blick auf die aktuelle Jagdbilanz 2013/2014 würde sich die Anzahl der geschossenen Tiere lediglich um etwa 1 % reduzieren.
Neu aufgenommen in die Liste der jagdbaren Tiere wurde der Amerikanische Nerz (Mink) als in Deutschland nicht natürlich vorkommende Art.
Waldschutz sichern
Durch zu hohe Wildbestände entstehen in den Wäldern große Verbiss- und Schälschäden. Oberstes Ziel ist eine Anpassung der Wildbestände an die Kapazitäten des jeweiligen Naturraumes. So sollen Jäger sowie Waldbesitzer die jagdlichen Konzepte künftig so weit wie möglich gemeinsam planen. Die Jagdbehörden werden nur noch unterstützend oder ergänzend tätig. Die Bejagungsmöglichkeiten für Rehwild und Rothirsch sollen ausgeweitet werden.
MKULNV Nordrhein-Westfalen

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