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Jäger fördern Wildäpfel

Für den Wildapfel, der zum Baum des Jahres 2013 gewählt wurde, übernehmen die Jäger in Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung: Jagdpächter pflanzen in diesem Frühjahr landesweit hunderte von Wildäpfeln in ihren Revieren. Sie verpflichten sich, als „Wildapfel-Paten“ für das Anwachsen und Überleben der Bäume Sorge zu tragen, und unterstützen eine wissenschaftliche Begleitung. Ziel der Aktion ist, den selten gewordenen Wildapfel in seinem angestammten Verbreitungsgebiet zu fördern und die Bemühungen um seinen Erhalt auf eine breite, wissenschaftlich auswertbare Datengrundlage zu stellen.
Die Pflanzen werden über den Landesjagdverband von der Staatsklenge in Nagold bezogen, die als Teil des Landesbetriebs ForstBW qualitativ hochwertiges und herkunftsgesichertes Pflanzgut garantiert. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald fördert das Projekt, indem sie die Pflanzenkosten übernimmt. Daten über Standort der Wildäpfel und deren Entwicklung werden von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg gesammelt und ausgewertet.
 
Der Wildapfel (Malus sylvestris) ist in fast ganz Europa heimisch, aber heute vom Aussterben bedroht. Dies trug zu seiner Wahl als Baum des Jahres 2013 bei. Der unscheinbare Wildobstbaum wächst häufig strauchförmig. Er wird selten über 10 m hoch und ist sehr lichtbedürftig. Er kann deshalb mit Waldbaumarten kaum konkurrieren und ist nur am Waldrand und in freien Gehölzinseln zu finden. Dort bieten seine weiß bis rosa leuchtenden Blüten Ende April bis Anfang Mai nicht nur einen attraktiven Blickfang, sondern auch eine wertvolle Bienen- und Hummelweide. Die gelb-grünen Früchte, die im September und Oktober reifen, sind mit höchstens 3 cm Dicke deutlich kleiner und runder als Kulturäpfel. Die Holzäpfelchen werden gerne von Wild, Kleinsäugern und Vögeln gefressen, die für eine weite Verbreitung der Samen sorgen. Auch die Triebe der jungen Bäume sind Leckerbissen für verschiedene Wildtiere.
 
Da sich der Wildapfel mit dem z. T. auch wild wachsenden Kulturapfel kreuzen kann, werden große Anstrengungen unternommen, die letzten artenreinen Wildäpfel in unserer Landschaft auszumachen und zu erhalten.

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LJV BW

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