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Jubiläum 125 Jahre IUFRO

Der internationale Festkongress zum 125-jährigen Jubiläum der IUFRO (International Union of Forest Research Organizations) fand in Freiburg im Breisgau statt. Mehr als 2.000 Teilnehmer feierten mit den Veranstaltern den runden Geburtstag einer der ältesten internationalen forstwissenschaftlichen Organisationen der Welt. Während der fünf Kongresstage wurden in 1.800 wissenschaftlichen Beiträgen die neuesten Erkenntnisse der forstlichen Forschung präsentiert.

Der IUFRO-Präsident Prof. Dr. Michael Wingfield eröffnete am 19. September den Jubiläumskongress im Konzerthaus in Freiburg im Breisgau: „Es ist mir eine große Ehre, Sie alle zu diesem besonderen Ereignis begrüßen zu dürfen“. Aus 89 Ländern kamen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie von internationalen Nicht-Regierungsorganisationen nach Freiburg, um das 125-jährige Bestehen von IUFRO zu feiern. Ziel und Motto des Kongresses war es Wald, Wissenschaft und Menschen miteinander zu verknüpfen. Damit schloss der Verband an seine Gründungsideale von 1892 an. „Die Gründung von IUFRO beruhte auf der Erkenntnis, dass viele Wald- und Umweltprobleme nur durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit gelöst werden können und dass entsprechende Maßnahmen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse erfordern. Im Lichte globaler Herausforderungen wie der rasant wachsenden Weltbevölkerung oder des Klimawandels ist diese Erkenntnis heute wichtiger denn je“, so der stellvertretende Direktor der IUFRO, Dr. Michael Kleine, während der Pressekonferenz.

Dr. Hermann Aeikens, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, bekräftigte indes die Rolle des Waldes im Klimaschutz und beglückwünschte die IUFRO: „Unser Wald ist ein wahres Multitalent und ein bedeutsamer Klimaschützer: Der deutsche Wald senkt unsere CO2-Emissionen jährlich um 14 %. Die Gründung der IUFRO vor 125 Jahren in Eberswalde war eine wahrlich visionäre Entscheidung von Waldforschern.“ Der Staatssekretär hob hervor, dass das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Waldforschung mit jährlich 20 Mio. € aus dem Waldklimafonds, 10 Mio. € aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe sowie 5,7 Mio. € über das EFI Büro in Bonn fördere.

Auch die baden-württembergische Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, unterstrich die Rolle der IUFRO und lobte die Nutzung modernster Technik im Wald: „Die Verwendung von Drohnen ermöglicht die gezielte Erfassung des Kronendachs und verschiedener Daten jedes Einzelbaumes wie Höhe, Art, Zustand und Standort. Raumbezogene Informationen bilden die Grundlage für die Vision des „digitalen Waldes“: Das Ziel ist, dass Informationen über den Wald überall und jederzeit vor Ort zur Verfügung stehen und abgerufen werden können und gleichzeitig vor Ort gewonnene Daten in die zentralen Datenspeicher übertragen werden können. “

Prof. Konstantin von Teuffel, Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und Vorsitzender des Organisationskomitees, dankte den Unterstützern des Kongresses: „Unser Dank gilt dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR), dem Ministerium für ein Lebenswertes Österreich, dem Bundesamt für Umwelt aus der Schweiz und unseren französischen Forschungspartnerinnen und Forschungspartnern für die substanzielle und finanzielle Unterstützung dieses Kongresses.“ Laut von Teuffel hat der Jubiläumskongress ein starkes weltweites Echo ausgelöst. „Insgesamt werden 1.824 wissenschaftliche Beiträge am Kongress präsentiert, davon 1.373 mündliche Vorträge und 451 in Form von Posterpräsentationen. Die Beiträge wurden eingereicht von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 89 Ländern von allen Kontinenten. Knapp 40% der Teilnehmenden sind Frauen“, so der FVA-Direktor.

Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, überbrachte in seinem Grußwort die Hochachtung und Gratualtion der über 2 Mio. Waldbesitzer, der mehr als 1,1 Mio. Beschäftigten im Wirtschaftscluster Forst & Holz, der privaten, kommunalen und staatlichen Forstverwaltungen, der berufsständischen Vertretungen sowie der forstwissenschaftlichen Institutionen Deutschlands (s. unten).

Kongress als  gemeinsames Projekt

Der Kongress wurde als gemeinsames Projekt des NFZ.forestnet ausgerichtet, einem grenzübergreifenden Netzwerk der sieben forstlichen Forschungseinrichtungen im Dreiländereck Deutschland – Frankreich – Schweiz. Neben den einleitenden Ansprachen stand der Dienstag im Zeichen des übergreifenden Austausches: An den Diskussionsrunden der Reihe „Wissenschaft im Dialog“ beteiligen sich unter anderem Vertreter der Vereinten Nationen (UN), der Welternährungsorganisation (FAO), der Weltbank und des World Wide Fund for Nature (WWF).

Die IUFRO mit Sitz in Wien ist das einzige globale Netzwerk im Bereich der Waldwissenschaften und der waldbezogenen Forschung. Die nicht gewinnorientierte Organisation ist offen für Einzelpersonen und Institutionen aus dem waldwissenschaftlichen Bereich und umfasst rund 650 Mitgliedsorganisationen in 126 Ländern. Insgesamt repräsentiert IUFRO mehr als 15.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

IUFRO/M. Steinfath

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