WaldÖkologie

Ist das essbar? Giftige Bäume und Sträucher

Bearbeitet von Carolin Föste

Wie auch im Haushalt, macht im Wald die Dosis das Gift. Einiges ist essbar, anderes ungenießbar oder sogar folgenschwer giftig für Waldbesuchende. Nicht nur beim Pilzesammeln ist Vorsicht geboten, auch Gehölze können (in Teilen) ungesund sein. Diese Giftpflanzen sollten Waldfreunde daher kennen.

Was für Menschen giftig ist, muss für Tiere nicht schädlich sein. Manche Pflanzen locken Insekten oder auch Vögel mit ihren Inhaltsstoffen regelrecht an. Somit haben die stofflichen Zusammensetzungen, die Menschen schaden können, durchaus einen wertvollen Nutzen im Ökosystem Wald. Viele für uns giftige Arten sind oftmals Spezialisten, die eine besondere Nische im Ökosystem Wald einnehmen. Das Gift der Pflanzen kann darüber hinaus als Abwehrmechanismus gegen Fressfeinde dienen.

Giftige Bäume und Sträucher: Diese Arten sollte man kennen

Trotz der positiven Aspekte für die Natur, sollten Menschen bei einigen Bäumen und Sträuchern vorsichtig sein. Denn Waldpflanzen können, einmal verzehrt, giftig sein. Dabei kommt es auf die Dosis, also die aufgenommene Menge an, die sich von Pflanze zu Pflanze unterscheiden kann. Vergiftungen können aber auch über die Haut wirken. Giftig ist jedoch nicht immer die gesamte Pflanze: Mal sind es die Blätter, mal die Früchte oder Samen. Gerade bei tiefhängenden Früchten sollten Eltern auf ihre Kinder aufpassen und den Verzehr von Unbekanntem verhindern.

Die Übersicht bildet lediglich eine Auswahl an giftigen Gehölzen ab:

  • Efeu (Hedera helix) ist eine weit verbreitete Pflanze, die sowohl in Gärten als auch im Wald vorkommt. Die Rankpflanze wächst am Boden und an Bäumen empor und hat sowohl giftige Blätter als auch giftige schwarze Beeren. Neben dem Verzehr sollte auch übermäßiger Hautkontakt mit der Pflanze vermieden werden.
  • Die Eibe (Taxus baccata) ist als Ganzes, abgesehen von ihrem leuchtend roten Samenmantel (Arillus), der süß schmeckt, ungenießbar. Der darinsitzende, schwarze Samen ist besonders gefährlich bis tödlich, da dieser eine hohe Konzentration an Taxin enthält. Bei Aufnahme der Pflanzenteile sind Erbrechen, Schwindel, Krämpfe und Bewusstlosigkeit bis hin zum Herzversagen und Tod mögliche Folgen.
  • Der Gemeine Goldregen (Laburnum anagyroides) wird zur Gefahr, verschluckt man ihre Schoten oder Teile davon. Sie enthalten Alkaloide – diese können Erbrechen, Krämpfe und Lähmungen auslösen.
  • Der Ginster (Genista spec.) enthält gesundheitsschädliche Alkaloide in großen Mengen. Gefährliche Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufprobleme, Lähmungen und Herzprobleme können beim Verzehr eintreten. Wichtig: Alle Pflanzenteile der verschiedenen Ginster-Arten sind giftig!
  • Der Lebensbaum (Thuja spec.) ist ein Gehölz, das in Deutschland vorwiegend in Gärten und Parks vorkommt und bereits bei bloßer Berührung Hautreaktionen hervorrufen kann. Der Verzehr kann tödlich wirken.
  • Der Spindelstrauch (Euonymus europaeus), umgangssprachlich Pfaffenhütchen genannt, enthält mehrere Giftstoffe. Die stärkste Konzentration an Glykosiden und Alkaloiden befindet sich in den Früchten und Samen, also den „Pfaffenhütchen“ selbst. Der Spindelstrauch steht oftmals an lichten Wegesrändern. Die Fruchtstände sind aufgrund der Größe des Strauchs leicht für Kinder erreichbar und damit eine Gefahr.

Was bei Vergiftungen durch Pflanzen zu beachten ist

Neben Gehölzen sind unter anderem auch einige krautige Pflanzen, wie Wolfsmilchgewächse, Hahnenfussgewächse, der Aronstab, der Fingerhut, Bodendecker wie das Immergrün und einige weitere Arten giftig oder in Teilen giftig. Besondere Vorsicht ist außerdem beim Pilzesammeln geboten, da die Verwechslungsgefahr hier sehr hoch ist.

Aktuell hat der Bärlauch wieder Saison, eine beliebte Pflanze, die ein knoblauchähnliches Aroma hat und sich hervorragend zum Kochen und Würzen eignet. Die Pflanze selbst ist damit ungefährlich, jedoch besteht für Nicht-Artenkundler – wie oft in der Natur – Verwechslungsgefahr. In diesem Fall z.B. mit dem Maiglöckchen, einer sehr giftigen Pflanze, die bei Verzehr Übelkeit, Herzrhythmusstörungen bis hin zu Atem- und Herzstillstand auslösen kann. Bei Unsicherheit sollte hier, wie in jedem anderen Fall auch, die Pflanze im Wald belassen und nicht verzehrt werden.

Sollten Sie befürchten, sich vergiftet zu haben, rufen Sie bitte umgehend den Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 an. Für die Suche nach einer Giftnotrufzentrale hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit außerdem eine Liste mit Kontaktdaten zusammengestellt.

Mit Material von: PEFC, BfR, Botanikus