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Interview: KWF-Thementage Bodenschutz

Interview: KWF-Thementage Bodenschutz

Das KWF veranstaltet am 29. und 30. September in Dierdorf (Rheinland-Pfalz) erstmals sogenannte KWF-Thementage. Das neue Angebot befasst sich dabei mit dem kontrovers diskutierten Bodenschutz. Forst & Technik hat Peter Wenzel, dem Vorsitzenden des KWF, dazu einige Fragen gestellt.

Die KWF-Thementage sind ein neues Angebot des KWF. Wie kam es zu der Idee?

Peter Wenzel: Die entscheidenden Impulse für die KWF-Thementage kamen aus dem Zukunftsworkshop im Sommer 2007. Dort wurde von den Teilnehmern angeregt, dass sich das KWF auch zwischen den großen Tagungen gezielt brennende Schwerpunktthemen vornehmen sollte. Wir haben diese Forderung aufgegriffen und in unserem Zukunftskonzept KWF 2020 auch passende neue Veranstaltungsformate ge­plant. Die KWF-Thementage sind davon ein zentraler Baustein.

Das KWF kündigt die Thementage als Veranstaltung nach dem Vorbild der KWF-Tagungen an – mit Ausstellung und Fachexkursion im Wald. Sind die Thementage also eine neue Fachmesse, oder wie muss man sie sich vorstellen?

Peter Wenzel: Die Thementage sind nicht einfach eine neue Forst-Fachmesse. Dafür gibt es in Deutschland wirklich keinen Bedarf. Hier werden im zweijährigen Wechsel in den geraden Jahren die KWF-Tagungen im Gelände und die Interforst auf dem Gelände der Messe München sowie in den ungeraden Jahren die Ligna in Hannover dem Bedarf der Branche vollauf gerecht.
Die KWF-Thementage sind vielmehr eine Fachveranstaltung, die ein aktuelles Thema auch kurzfristig aufgreift und vertieft behandelt und dafür auf drei Säulen steht: Diskussionsforen, Geländevorführungen und Produktpräsentationen. Damit wird zwar das erfolgreiche Grundkonzept der KWF-Tagungen aufgegriffen, doch richten sich die Thementage ausschließlich an ein Fachpublikum, das sich über ein Spezialthema konkret austauschen möchte – mit anderen Teilnehmern, Experten und auch den Herstellern. Konsequenterweise werden auch ausschließlich Hersteller zur Mitwirkung eingeladen, deren Angebote für das jeweilige Thema relevant sind. 

Wie oft bzw. regelmäßig will das KWF die Thementage organisieren und welche Themen kommen beispielsweise in Frage?

Peter Wenzel: Mit dem Angebot der Thementage wird das KWF flexibel auf den fachlichen Bedarf der Branche reagieren. Wenn entsprechende Themen „in der Luft liegen“, sind Veranstaltungen in loser Folge außerhalb der KWF-Tagungsjahre alle ein bis zwei Jahre machbar. Je nachdem, welches Thema gewünscht wird, können diese Thementage überall in Deutschland stattfinden. Für diese Veranstaltungen kommen also auch Bundesländer und Regionen in Betracht, die es aus infrastrukturellen Überlegungen bei einer Bewerbung um die große KWF-Tagung eher schwerer haben, aber fachlich für ein bestimmtes Thema prädestiniert sind. Auch das ist eine Besonderheit der Thementage: Sie werden überall immer nur einmal stattfinden.

Es gibt in Deutschland bereits viele Fachmessen und -veranstaltungen, auch solche zu Spezial­themen, beispielsweise den Bodenschutz. Über­lasten die KWF-Thementage Aussteller und Besucher nicht mit einem weiteren Pflichttermin?

Peter Wenzel: Wir werden keine zusätzlichen Veranstaltungen anbieten, für die kein fachlicher Bedarf besteht. Unser Ziel ist es nicht, die Branche mit einem weiteren Pflichttermin zu belas­ten. Vielmehr sehen wir in den Thementagen ein erfolgversprechendes Instrument, um der Praxis Antworten und Lösungen zu offenen, aktuellen Fragen zu bieten. Es waren insbesondere die Mitglieder des KWF, konkret die Praktiker, die diese zusätzliche Veranstaltung aus fachlichen Gründen gefordert haben. Und schließlich sind die KWF-Thementage kein Kongress und auch nicht nur eine Vortragsreihe mit Podiums­diskussion. Sie bieten vielmehr eine breite Plattform für den Austausch mit Experten zu einem brennenden Thema.
Wir erwarten, dass die Fachleute aus ganz Deutschland ein Interesse genau an diesem Erfahrungsaustausch haben werden. Und auch die Hersteller sehen eine besondere Herausforderung in diesem konkreten thematischen Zuschnitt.

Das KWF veranstaltet alle vier Jahre die KWF-Tagung und ist in den Jahren dazwischen mit teilweise umfangreichen Angeboten auf der Ligna und der Interforst präsent. Das KWF engagiert sich zudem an ausländischen Fachmessen wie der Elmia Wood, der EkoLas oder der Euroforest und beteiligt sich dieses Jahr erstmals auch an den Augsburger Baum­pflegetagen. Hat das KWF die erforderlichen
Kapazitäten für alle diese Angebote?


Peter Wenzel: Natürlich hat sich das KWF damit viel vorgenommen und wir müssen jetzt mit diesem breiten Engagement auch erst einmal Erfahrungen sammeln. Aber durch eine enge Einbindung der KWF-Gremien, durch  personelle Verstärkung des KWF e.V. sowie durch die Unterstützung der inzwischen gewachsenen KWF GmbH sind wir zuversichtlich, diese zusätzlichen Aufgaben erfolgreich stemmen zu können. Schließlich ist es unser Anspruch, dass wir sowohl den Herstellern als auch den Anwendern immer neue, bedarfsgerechte Ergebnisse liefern und Angebote machen.
Interview: Oliver Gabriel

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