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Jahr der Wälder klang an der FVA aus

Jahr der Wälder klang an der FVA aus

Beim gemeinsamen Event Freiburger forstlicher Institutionen zum Abschluss des Internationen Jahres der Wälder am 22. Oktober auf dem Freiburger Rathausplatz hatte die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) noch eifrig für den aus ihrer Sicht eigentlichen Ausklang des Jahres geworben. Die Werbung wurde den FVA-Mitarbeiterinnen hier auch leicht gemacht, da an ihrem Stand bis zur letzten Minute ein Menschengedränge herrschte.
Klangreise in die Vielfalt einheimischer Gehölze
Beim eigentlichen Ausklang des Internationalen Jahres der Wälder in der FVA war dann am 3. November der Hans-Ulrich Moosmayer-Saal der Versuchs- und Forschungsanstalt bis zum letzten Stehplatz gefüllt. 120 Musik-, Wald- und Holzinteressierte wollten sich auf eine akustische Reise in die Vielfalt einheimischer Gehölze begeben; einfach hören und sehen, was Musiker und Förster verbindet. Sie wurden nicht enttäuscht: Sehr kurzweilig, voller Information und Klang waren die drei Stunden, in denen die Mitwirkenden Frank Bockius, Jörgen Welander, Susanne Korn, Hansruedi Hess, Helmut Moßmann, Konrad Bleicher, Alex Resch sowie Enzian Schneider zeigten, welch ein klangliches Potential in Ahorn, Kirsche, Elsbeere, Walnuß, Fichte und vielen anderen Holzarten steckt.
Erfahren konnte man nicht nur, dass Helmut Moßmann seinen Dudelsack und Drehleiher aus Zwetschgen- und Birnbaumholz baut, und  dass die Musik der Schafsorgel Schafe und Ziegen glücklich macht. Man konnte unter anderem auch hören, dass das rotfaule Fichtenholz aus Wurzelanlauf ausgehöhlt genau so wohl klingende Trommel gibt, wie eine aus gesundem Nadelholz gebaute Conga oder eine Schlitztrommel aus Bergahorn oder aus Mehlbeere aus der Schwäbischen Alb.
Interessant waren auch – nicht nur klanglich – ein in der gewachsenen Naturform gebautes Alphorn aus Eibe und eine Jazzgitarre aus Hochlagenfichte und Riegelahorn. Vom Lautenbauer Michael Sander war zu hören, dass er die Resonanzdecke seiner Lauten meistens aus Fichte, manchmal auch Tanne oder Lärche baut, für die Muschel jedoch meistens einheimisches Laubholz verwendet. Bei der Laute, die er vorführte, war die Muschel allerdings ausnahmsweise aus Eibenholz. Friedemann Wendt führte wiederum seinen Eigenbau – einen Bass aus Riegelahorn und Walnuß – vor.  Schließlich fanden bei den anwesenden Instrumentenbauern und Musikern auch Holzarten wie Mooreiche, Eberesche, Speierling, Esche, Schwarznuß und auch mal ein Kleiderbügel aus einer Hotelgarderobe Verwendung.
Mit künstlerischen Waldeinsichten – endgültig aus
Künstlerisch ging dann das Internationale Jahr der Wälder an der FVA am 18. November mit einer Ausstellung endgültig zu Ende: Dabei brachten Textilkünstlerinnen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz ihre Waldeinsichten in mit verschiedenen Techniken hergestellten Werken zum Ausdruck. Schon bei der Ausstellungseröffnung am 6. Oktober waren mehr als 50 Kunstinteressierte anwesend. Die Ausstellung hatte erfreulich große Resonanz erhalten.    
Kaisu Makkonen-Spiecker/FVA

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