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Internationaler Tag der UNESCO-Biosphärenreservate

Internationaler Tag der UNESCO-Biosphärenreservate

Am 3. November wurde weltweit erstmals der Internationale Tag der UNESCO-Biosphärenreservate begangen. Anlass dafür war das 40jährige Bestehen des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB), unter dessen Dach sich ein Netzwerk von 580 Biosphärenreservaten in 114 Ländern entwickelt hat. Deutschland ist mit insgesamt 15 von der UNESCO anerkannten Biosphärenreservaten zwischen Südostrügen und Berchtesgadener Land vertreten. Der Beschluss, einen solchen Tag ins Leben zu rufen, wurde auf der Tagung des MAB-Programms Ende Juni dieses Jahres in Dresden gefasst.

Mit der Schaffung des MAB-Programms hat die UNESCO große Weitsicht bewiesen. Vor 40 Jahren startete es noch als reines Wissenschaftsprogramm, das die Untersuchung der Auswirkungen menschlicher Tätigkeit auf die Biosphäre zum Ziel hatte. Heute gilt es als innovatives Instrument für die Umsetzung der Idee einer nachhaltigen Entwicklung. Das UNESCO-Konzept der Biosphärenreservate sieht deshalb nicht nur den Schutz einmaliger Natur und Landschaft vor, sondern bietet auch hervorragende Chancen für eine ausgewogene wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Menschen im Einklang mit dem Erhalt und der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt.

Durch konkrete Projekte und Initiativen vor Ort, etwa zur Produktvermarktung, zum nachhaltigen Tourismus sowie zur Unterstützung des Ökolandbaus, tragen Biosphärenreservate zur regionalen Wertschöpfung und damit zur Schaffung von Arbeitsplätzen gerade in strukturschwachen ländlichen Regionen bei. Zugleich dienen sie dem Schutz von „Dienstleistungen“ der Natur wie sauberes Wasser, gute Luft und fruchtbare Böden. Daneben bieten sie Raum für Freizeit und Erholung. Die Ziele reichen damit weit über den klassischen Naturschutz hinaus. Der Internationale Tag der Biosphärenreservate soll den Blick darauf lenken, welche Chancen diese Gebiete eröffnen und sie als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung stärken.

Das Bundesumweltministerium unterstützt seit Jahren die Entwicklung von Biosphärenreservaten im In- und Ausland, darunter in Afrika. Durch die Mitwirkung im Weltnetz wird ein Wissenstransfer organisiert und ein Beitrag zur Armutsbekämpfung in weniger entwickelten Staaten geleistet.
Die 15 deutschen Biosphärenreservate
Die Biosphärenreservate umfassen ohne die Meeresflächen etwa 3 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands. 15 Gebiete sind als Biosphärenreservat nach Recht des jeweiligen Bundeslandes gesichert und wurden zugleich von der UNESCO anerkannt (die Karstlandschaft Südharz wartet noch auf die UNESCO-Anerkennung). Die 15 Gebiete repräsentieren wichtige deutsche Landschaftstypen und sind repräsentativ für die Vielfalt der Lebensräume, der Fauna und Flora hierzulande. Fast alle Biosphärenreservate werden als Kulturlandschaften bis heute wirtschaftlich genutzt. Fast alle liegen in ländlichen Räumen und brauchen Zukunftskonzepte für den demographischen Wandel. Wegen ihrer niedrigen Umweltbelastung und ihrer reizvollen Landschaft sind die deutschen Biosphärenreservate beliebte Urlaubsziele und Naherholungsgebiete.
  • Berchtesgadener Land (840 km2, Bayern)
  • Bliesgau (361 km2)
  • Flusslandschaft Elbe (3.540 km2, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt)
  • Hamburgisches Wattenmeer (117 km2, Hamburg)
  • Niedersächsisches Wattenmeer (2.400 km2, Niedersachsen)
  • Oberlausitzer Heide-und Teichlandschaft (301 km2, Sachsen)
  • Pfälzerwald-Nordvogesen (grenzüberschreitend, 3.018 km2 insgesamt, davon 1.780 km2 Pfälzerwald, Rheinland-Pfalz)
  • Rhön (1.850 km2, Bayern, Hessen, Thüringen)
  • Schaalsee (309 km2, Mecklenburg-Vorpommern)
  • Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen (4.431 km2, Schleswig-Holstein)
  • Schwäbische Alb (850 km2, Baden-Württemberg)
    Schorfheide-Chorin (1.292 km2, Brandenburg)
  • Spreewald (475 km2, Brandenburg)
  • Südost-Rügen (235 km2, Mecklenburg-Vorpommern)
  • Vessertal-Thüringer Wald  (171 km2, Thüringen)
 

Biosphärenreservate in Deutschland

 
BMU/Deutsche UNESCO-Kommission e.V., Bonn

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