Newsletter
ABO
Das offizielle Themenlogo der FAO zum Internationalen Tag der Wälder 2016. Quelle: www.fao.org

Internationaler Tag der Wälder am 21. März zum Thema „Wälder und Wasser“

Der Internationale Tag der Wälder am 21. März steht unter dem Thema „Wälder und Wasser“. Der Deutsche Forstverein fordert, bei der Entnahme von Grundwasser den Schutz der Wälder und die Belange der Forstwirtschaft zu berücksichtigen.

Deutschlands Wälder bieten gewaltige Reserven: Das Ökosystem Wald ist der größte Süßwasserspeicher in unserem Land. Etwa 70 % des bundesweit gewonnenen Trinkwassers stammt aus Grund- und Quellenwasser, das in Wäldern gewonnen wird. „Damit das so bleibt, fordern wir bei der Entnahme von Grundwasser den Schutz der Wälder und die Belange der Forstwirtschaft zu berücksichtigen“, sagt Carsten Wilke, Präsident des Deutschen Forstvereins.
Zusammenhänge zwischen Forstwirtschaft und sauberem Wasser
Das diesjährige Schwerpunktthema „Wälder und Wasser“ des Internationalen Tages der Wälder greift diese besondere Schutzleistung der Wälder auf, um die Zusammenhänge zwischen einer nachhaltigen Forstwirtschaft und sauberem Wasser aufzuzeigen. Der Wald reinigt und filtert die Niederschläge. Der Waldboden kann – wie ein Schwamm – das Wasser aufnehmen und speichern. In den oberen 10 cm des Waldbodens, also der humusreichen Schicht, werden bis zu 50 l Niederschlagswasser pro Quadratmeter gespeichert. Mikroorganismen im Waldboden sorgen für die Aufbereitung des Wassers, sodass das Grundwasser aus dem Wald meist ohne kostspielige Reinigung als Trinkwasser genutzt werden kann.
Die meisten Anlagen zur Trinkwassergewinnung liegen in Waldflächen. Oftmals sind diese Flächen auch als Trinkwasserschutzgebiete ausgewiesen, was besondere Auflagen für Nutzung der Wälder mit sich bringen kann. Grundsätzlich werden die Wälder in Deutschland sehr pfleglich bewirtschaftet, und auf einen Einsatz von Dünger oder Pflanzenschutzmitteln wird nahezu verzichtet. Hier werden die Waldbesitzer jedoch oft alleine gelassen. Während die Wasserversorger einerseits Geld bei der Aufbereitung des Wassers sparen und gleichzeitig Einnahmen aus dem Trinkwasserverkauf erzielen, geht der Waldbesitzer in der Regel leer aus.
Viele Wälder leiden unter dem sinkenden Grundwasserspiegel, der durch die Entnahme von Trink- und Brauchwasser in Einzugsbereichen von Ballungszentren entsteht. Grundwasserabsenkungen von bis zu 3 m in den letzten Jahrzehnten, sind entlang des Oberrheingrabens oder südlich der Stadt Hamburg zu verzeichnen. Die Wälder weisen heute deutliche Schäden auf und sind anfälliger für Krankheiten und Insektenbefall, was sogar zum Absterben der Bäume führen kann.
Auch durch die Wasserentnahme für landwirtschaftlichen Flächen kann ein Problem für die Wälder darstellen. Um höhere Erträge bei z.B. Gemüse- oder Kartoffelanbau zu erzielen, werden viele Ackerflächen insbesondere im Frühsommer bewässert. Dieses führt in den Waldgebieten in den Einzugsbereichen zu einer Grundwasserabsenkung. „Auch wenn dies nur temporär ist, wird den Bäumen in der kritischen Phase des Wachstums buchstäblich das Wasser unter den Füßen weggezogen“, sagt Wilke. Die Schwächung der Bäume kann man leicht an den Kronenverlichtungen erkennen. Diese führt wiederum zu Ertragseinbußen in der Forstwirtschaft, die nicht kompensiert werden.
 

Zur Themenseite der FAO

 
Deutscher Forstverein
Natürliche Bachläufe und Überflutungszonen in Wäldern unterstützen die Schwammwirkung des Waldbodens. Foto: Marcus Kühling/DFV Das offizielle Themenlogo der FAO zum Internationalen Tag der Wälder 2016. Quelle: www.fao.org

Auch interessant

von