ABO
Auszeichnung für das Integrationsunternehmen ?Integra Vorarlberg?. Foto: Arge Alpenländischer Forstvereine

Internationaler Alpiner Schutzwaldpreis Helvetia: Vorbildliche Projekte ausgezeichnet

Bei der elften Verleihung des Alpinen Schutzwaldpreises Helvetia wurden 11 Projekte von 25 Einreichungen ausgezeichnet. Der langjährige Vorarlberger „Kämpfer“ Georg Fritz aus Möggers wurde zum Schutzwaldpaten für das Jahr 2017 gekürt. Mit der Auszeichnung von beispielhaften Projekten im Alpenraum wird die Öffentlichkeit für das Thema Schutzwald sensibilisiert.

Die Erhaltung und Verbesserung des Schutzwaldes hat im Alpenraum eine wichtige volkswirtschaftliche Bedeutung. Nur dank der Schutzwälder können Menschen in vielen Gebieten der Alpen überhaupt wohnen und wirtschaften. Außerdem wird das hohe Engagement von einigen vorbildlichen Projektträgerinnen und Projekträgern gewürdigt. Heuer wurde die internationale Veranstaltung im neuen Holzbürogebäude „Illwerkezentrum Montafon“ in Vandans ausgerichtet.
Schutzwald ist eine grüne Lebensversicherung für Mensch und Infrastruktur
Der Vorarlberger Landeshauptmann Mag. Markus Wallner, der Tiroler Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler, der liechtensteinische Regierungschef-Stellvertreter Dr. Thomas Zwiefelhofer und der bayrische Ministerialrat Franz Brosinger unterstreichen mit ihrer Teilnahme an der Preisverleihung die Bedeutung, die ein gesunder Schutzwald hat. Die Schutzleistungen des Waldes sind kostengünstiger, ökologischer und langfristiger als technische Verbauungen.
Der Alpine Schutzwaldpreis Helvetia will das Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzwaldes fördern und Projekte auszeichnen und prämieren, die sich besonders für den Schutzwald einsetzen. Organisiert wird die Schutzwaldpreisverleihung von der ARGE Alpenländische Forstvereine, einem Zusammenschluss von acht Forstvereinen aus Bayern, Graubünden, Kärnten, Liechtenstein, St. Gallen, Südtirol, Tirol und Vorarlberg. Der Voralberger Waldverein hat in diesem Jahr die Preisverleihung ausgerichtet.
 
Seit 2014 ist die Versicherungsgruppe Helvetia Hauptsponsor des Schutzwaldpreises. Das Unternehmen engagiert sich seit Jahren für die Pflege und den Erhalt alpiner Schutzwälder.
Alpine Schutzwaldpreis Helvetia
Der Preis wird in drei Kategorien verliehen: „Schulprojekte“, „Öffentlichkeitsarbeit, Innovation und Schutzwaldpartnerschaften“ und „Erfolgsprojekte“. Die jeweils besten Projekte jeder Kategorie erhalten den Alpinen Schutzwaldpreis Helvetia. Zudem vergibt die Jury unter allen ausgezeichneten Projekten einen Anerkennungspreis. Zum zweiten Mal wird außerdem ein sogenannter „Schutzwaldpate“ geehrt.
Kategorie Öffentlichkeitsarbeit, Schutzwaldpartnerschaften, Innovationen
•  Preisträger „Walderlebnistag – Der Wald kommt in die Stadt“, Kärnten. Jährlich wird in Kärnten in Kooperation zwischen Kärntner Forstverein und den Bezirksforstinspektionen der Bezirke Kärntens der „Walderlebnistag – der Wald kommt in die Stadt“ organisiert.
•  Auszeichnung „10 Jahre Silbertaler Waldschule“, Vorarlberg. Seit zehn Jahren betreibt die Silbertaler Waldschule Waldpädagogik und forstliche Öffentlichkeitsarbeit und ist über die Grenzen bekannt. Seit 2016 ist auch die neu konzipierte „Junior Förster“-Ausbildung fixer Bestandteil im Jahreslauf.
•  Auszeichnung „Integra – Erfolgreiche Arbeitsintegration mit Arbeiten im Schutzwald“, Vorarlberg. Die gesundheits- und stressabbauenden Faktoren des Waldes werden vom Integrationsunternehmen „Integra Vorarlberg“ mit großem Erfolg für die Wiederintegration von Langzeitarbeitslosen genutzt.
•  Auszeichnung GWunderwald Heidboden Davos, Graubünden. Auf dem Naturerlebnispfad können Besucher aktiv an 30 verschiedenen Posten etwas über Natur, Flora und Fauna, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Schutzwald sowie die Jagd und Landschaft erfahren.
Kategorie Erfolgsprojekte
•  Preisträger „Kirchwald Raggal“, Vorarlberg. Gewürdigt wird die konsequente Umsetzung eines Jagdmanagements mit an den Lebensraum angepassten Wildbeständen von Rot-, Reh- und Gamswild.
•  Auszeichnung „Erfolgsfaktoren im Balderschwanger Hochtal/Allgäu“, Bayern. Erfolgsfaktoren des Projekts sind Naturverjüngung und Stabilitätspflege von Tannenbergmischwäldern, konsequente Umsetzung der Vorgaben des Bayerischen Waldgesetzes, naturschutzorientierte Waldbewirtschaftung und Integration der Bevölkerung bzw. Interessenverbände in die Bergwaldbewirtschaftung.
•  Auszeichnung Steinschlagschutz mit Dauerwald, St. Gallen. Seit 2005 wird der Gonzenwald im Dauerwaldprinzip bewirtschaftet.
Kategorie Schule
•  Preisträger „Grundschule Rettenberg – Premierschule der Bergwaldoffensive“, Bayern. Ziel ist es, langfristig den Kindern ihre Heimat und damit verbunden auch den Berg- und Schutzwald näher zu bringen, damit sie ihn kennen und schätzen lernen. Dies geschieht anhand von Übungen, Exkursionen, Veranstaltungen. Diese bisher einmalige Zusammenarbeit begleitet die Kinder während ihrer gesamten Grundschulzeit.
•  Auszeichnung Volksschule Schröcken. „Birger erforschen die heimischen Bergwälder“: Bei dem Projekt werden den Schülern bei regelmäßigen Lehrausgängen in den Wald die Funktionen und Kreisläufe des Waldes spielerisch und mit praktischen Tätigkeiten beigebracht.
•  Auszeichnung „Wald- und Hüttentage Kindergarten Prad“, Südtirol. Hütten bauen im Wald, mit Fichtenzapfen spielen, die freie Natur erleben und die Jahreszeiten spüren. Die Kindergartenkinder von Prad am Stilfserjoch können diese Dinge seit Herbst 2015 bei den „Wald- und Hüttentagen in Tschirn“ erleben.
Kategorie Sonderpreis Jury
„Integrale Bergwaldsanierung Fürstentum Liechtenstein“. Unter Berücksichtigung der Interessen aller Grundeigentümer und Landschaftsnutzer werden innerhalb eines festgelegten Perimeters (6.290 ha) Projekte in den Bereichen Alpwirtschaft, Waldwirtschaft, Naturgefahren, Freizeit und Erholung sowie Siedlungsentwicklung gefördert.
Schutzwaldpate 2017
Georg Fritz aus Möggers. Von den Forstvereinen der Arge Alpenländische Forstvereine wurde der „Wald-Bauer“ Georg Fritz aus Möggers als Schutzwaldpatron des Alpinen Schutzwaldpreises für das Jahr 2017 gekürt. Georg Fritz hat ein feineres Gespür für ökologische Zusammenhänge als andere Menschen. Es lässt ihm keine Ruhe, wenn etwas dem „Naturgesetz“ zuwider läuft. Die Erreichung einer Änderung in der Jagdwirtschaft war und ist ihm ein besonderes Anliegen: Für Georg Fritz ist es Tierquälerei, wenn Hirsch und Reh die natürliche Lebensweise verwehrt wird. Da werden tonnenweise Kraftfutter zu den „Mastanlagen“ ins Berggebiet geführt. Das Rotwild wird zum „Rotvieh“, da es sich im Winter zu hunderten zusammendränge und sich mit unnatürlichem Futter vollfresse. Dies stresse die Tiere und mache sie krank. Der einzig zielführende Weg aus dem „Rotvieh-TBC-Schlamassel“ ist der Weg zurück zur Natur!
Wie es geht, hat Georg Fritz mit seinen Mitstreitern im „Jagdmodell Möggers“ in der Rehwildbewirtschaftung gezeigt. Exkursionen aus dem In- und Ausland pilgern seither nach Möggers, um die positiven Waldbilder zu sehen.
Arge Alpenländischer Forstvereine
 

Bildergalerie

Auch interessant

von