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Internationale Zusammenarbeit im Waldbrandschutz

Internationale Zusammenarbeit im Waldbrandschutz

Im Rahmen einer bilateralen Forstkooperation zwischen Russland und Deutschland fand in der vergangenen Woche ein Arbeitstreffen unter Federführung des Bundeslandwirtschaftsministeriums statt. Hochrangige Vertreter der russischen Forstwirtschaft, darunter auch der Delegationsleiter Staatsekretär Herr Panfilow, besuchten in diesem Rahmen die Zentrale des Automatisierten Waldbrandfrüherkennungssystems (AWFS) im Behördenzentrum in Lüneburg, um sich ein Bild von der Arbeitsweise und der Leistungsfähigkeit des hochmodernen kameragestützten Systems zu machen.
Der Leiter der Waldbrandüberwachungszentrale Helmut Beuke und sein Mitarbeiterteam empfingen die Delegation bei hoher Waldbrandgefahrenlage. So herrscht im Landkreis Lüchow mit seinen ausgedehnten Kiefernwaldgebieten seit Tagen sogar die Warnstufe 5 und damit höchste Waldbrandgefahr. Zum Zeitpunkt des Besuchs waren alle Arbeitsplätze besetzt und es herrschte rege Betriebsamkeit. Innerhalb kurzer Zeitabstände wurden eingehende Meldungen aus den Waldbrandrisikogebieten geprüft und abgearbeitet. So wurde an einem Arbeitsplatz ein Brand auf einem nah gelegenen Truppenübungsplatz bei Munster detektiert, bewertet und innerhalb von Minuten an die zuständigen Löschkräfte weitergeleitet.
„Wir warten zurzeit fast sehnsüchtig auf die vom Deutschen Wetterdienst angekündigte Kaltfront eines Tiefausläufers, die uns eine gewisse Entspannung in den kommenden Tagen bringen soll“, erläutert der Leiter den ausländischen Gästen an einer Wetterkarte.
Die Technik, die ursprünglich vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) entwickelt worden ist, und seit Jahren in den ostdeutschen Risikogebieten erfolgreich zum Einsatz kommt, findet zunehmend weltweites Interesse. Die Sensoren des Systems sind in der Lage, eine flächendeckende Überwachung sicherzustellen und dabei besser als unser menschliches Auge, selbst in 20 km Entfernung Entstehungsbrände zu detektieren und exakt zu verorten. Darüber hinaus können Livebilder erzeugt und eine lückenlose Dokumentation sichergestellt werden.
„Ziel muss es sein, den Waldbrand so früh wie möglich zu lokalisieren und erfolgreich zu bekämpfen, um die Entwicklung größerer Brandereignisse zu verhindern und Schäden für Mensch und Natur so gering wie zu halten“, so der Leiter der niedersächsischen Waldbrandüberwachungszentrale Helmut Beuke.
Die Gäste zeigten sich sehr beeindruckt von der Technik und berichteten darüber, dass das Thema Waldbrandfrüherkennung nach den schwersten Wald- und Torfbränden in der Geschichte Russlands im vergangenen Sommer und durch die erneut ausbrechenden Feuer in weiten Teilen Russlands auch sehr aktuell sei. Zurzeit stehen in ihrem Land wieder rund 90.000 Hektar Wald in Flammen, was etwa 10 Prozent der gesamten niedersächsischen Waldfläche entspricht.
Da die Delegation die Waldbrandeinsatzzentrale im Lüneburger Behördenzentrum mit vielen positiven Eindrücken verließ, ist es nicht auszuschließen, dass diese Technik zukünftig auch in russischen Risikogebieten zum Einsatz kommen könnte.
ML

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