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Internationale Holzmärkte

Für die europäische Holzindustrie sind die nordafrikanischen Staaten und der arabische Raum wichtige Absatzmärkte für deren Schnittholzprodukte. Die sogenannten Levante-Staaten (Ägypten, Saudi-Arabien, Algerien, Marokko, Israel, Vereinigte Arabische Emirate, Iran und Tunesien) importierten von Januar bis September 2016 mehr als 10 Mio. Fm Nadelschnittholz. Finnland löst mit 2.3 Mio. Fm Russland und Schweden als größte Lieferanten ab und verdrängt diese auf Platz 2 und 3. Aber auch Österreich mit 674.000 Fm und Deutschland mit 588.000 Fm gehören zu den Top 6. Vermehrt drängen auch Exporteure aus Überseeländern wie Kanada und Chile auf diese Märkte. Der tiefe Ölpreis und die zum Teil instabile politische Lage in bestimmten Ländern, führen zu Liquiditätsproblemen und drücken auf die Absatzmöglichkeiten. Der Kampf um Marktanteile steigt enorm.
Der jährliche Holzzuwachs in Russland wird gemäß Forstbehörde mit 994 Mio. Fm beziffert. Das nutzbare Potenzial wird auf 700 Mio. Fm pro Jahr geschätzt, wobei der effektive Holzeinschlag im Jahr 2014 bei circa 202 Mio. Fm lag. Die seit Jahren steigenden Erntevolumen bringen aber in einigen Regionen auch Probleme mit sich. Es fehlt an geeignetem Pflanzmaterial und die Aufforstungsflächen können den Erntevolumen nicht mithalten. Im Jahr 2016 wurden 781.000 ha aufgeforstet.
In der Schweiz hat der Bundesrat beschlossen, die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) per 1. Januar 2017 anzupassen. Dies im Hinblick auf die Eröffnung des Gotthard Basis Tunnels und einer expansiven Verlagerungspolitik des Transit-Verkehrs von der Straße auf die Schiene. Die höheren LSVA-Kosten wirken sich je nach Fahrzeugtyp und Einsatz unterschiedlich auf die Transportkosten aus. So werden die Fahrzeuge der EURO Abgasnormen 3, 4 und 5 zukünftig in die jeweils teurere Abgabenkategorie eingestuft. Weiter entfällt der bisherige Rabatt von 10 % auf den Tarif der EURO Klasse 6. Berechnungen zeigen, dass die Transportpreise aufgrund der neuen LSVA um 2 % steigen. Dies bedeutet für den Holztransport eine Erhöhung von 35 bis 50 Rappen pro Festmeter, je nach Transportdistanz.
In der Ostschweiz verfügen regionale Sägewerke über eine gute Auftragslage und sind mit der Bevorratung mehrheitlich zufrieden. Die Energieholzvorräte nehmen schnell ab und das bereitgestellte Rundholz kann laufend abgeführt werden. Die Industrieholzwerke sind mehr als gut mit Rohstoff versorgt. Bei Kronospan laufen die Übernahmen etwas gedrosselt, aber im Rahmen der Verträge. Beim einzigen Schleifholzwerk, der Perlen Papier, sind Schleifholzlieferungen nur bedingt möglich. Die Export-Industrieholz-Sortimente laufen, aber auch hier sind die Mengen an Rahmenverträge gebunden. Zurzeit läuft die Nachfrage nach Brennholzsortimenten zufriedenstellend. Insgesamt herrscht in ganz Mitteleuropa ein Überangebot an Industrie- und Energieholz. Diese Situation ist auf drei Faktoren zurückzuführen, welche nun kumulieren: Übermengen an Energieholz, große Mengen an Industrieholzsortimenten, Restholzprodukte der Sägewerke.
Holzmarkt Ostschweiz AG/Red.

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