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Internationale Buchen-Konferenz (IUFRO) in Tharandt

Internationale Buchen-Konferenz (IUFRO) in Tharandt

Vom 12. bis zum 17. September hat die Professur für Waldbau der Technischen Universität Dresden (in Tharandt) die 9. IUFRO-Buchentagung (International Union of Forest Research Organizations) ausgerichtet. Ziel der Tagung war es, den aktuellen Stand der Forschung zur Ökologie und zum Waldbau von Buchenwäldern darzustellen. Forscher aus der ganzen nördlichen Hemisphäre haben sich über die Perspektiven der Buchen bei sich änderndem Klima und über die nachhaltige Bewirtschaftung der Buchenwälder ausgetauscht.
Neben unserer im atlantischen Mitteleuropa heimischen Rotbuche Fagus silvatica standen weitere Arten der Gattung im Focus, wie z.B. die japanische Kerb-Buche Fagus crenata, die im Osten Kanadas und den USA verbreitete Amerikanische Buche (F. grandifolia) und die Orient-Buche (F. orientalis) mit Verbreitungsschwerpunkten im Südosten Bulgariens, über den Nordwesten der Türkei, dem Kaukasus und schließlich den beeindruckenden und großflächigen Urwäldern im Nord-Iranischen Elbursgebirge.
In einer Vielzahl von Vortragsreihen („Paleoökologie der Buche“, „Trockenreaktionen der Buche“, „Genetik der Buche“, „Struktur und Dynamik natürlicher Buchenwälder“, „Buchennaturverjüngung“ und „Buchenbewirtschaftung“ hatte man sich mit den neuesten waldökologischen und waldbautechnischen Erkenntnissen austauschen können. Besonderes Augenmerk richteten einige Forscher dabei auf die natürlichen Verbreitungsgrenzen der verschiedenen Buchenarten; dabei ging es sowohl um nordwärts gerichtete Wanderungen, die genetische Differenzierung sowie Experimente, die die ökophysiologischen Fähigkeiten der Baumarten mit Bezug auf den Klimawandel beleuchten können.
Die Fachvorträge in Dresden wurden durch Exkursionen abgerundet, die die Wissenschaftler zu langjährig untersuchten Versuchsflächen in den Tharandter Wald führten und bei denen man sich mit den in Deutschland diskutierten Strategien des Buchenvoranbaus sowie der Buchenvoraussaat widmete.
Um dem Standortsspektrum der Buchenwälder in Deutschland gerecht zu werden, sind alle Konferenz-Teilnehmer schließlich auf eine mehrtägige Exkursion gestartet – in die Buchenwälder Thüringens (Perlgrasbuchenwälder in Langula) und Niedersachsens (Kalkbuchenwälder auf Rendzinen im Göttinger Wald und Bodensaure Hainsimsen-Buchenwälder auf Buntsandstein im Solling). Besonderes Interesse fanden hier die Verjüngungs-, Durchforstungs- und Plenterwaldversuchsflächen in reinen und gemischten Buchenbeständen.
Diese erstmals von der Fachrichtung Forstwissenschaften ausgerichtete IUFRO-Tagung erfreute sich in Fachkreisen großen Interesses: 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 22 Nationen konnten in Tharandt begrüßt werden.
Dr. Holger Fischer

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