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Elmar Stertenbrink (r.)

Interessengemeinschaft Zugpferde: Heinrich-Cotta-Preis an Luxemburg

Am 24. November 2016 wurde im Rahmen eines Empfangs in Berdorf (Ost-Luxemburg) der IGZ Heinrich-Cotta-Preis „Wald mit Zukunft“ feierlich überreicht. Preisträgerin 2016 ist die Natur- und Forstverwaltung (Administration de la Nature et des Fôrets – anf) des Großherzogtums Luxemburg.

Mit ihrem obligatorischen Konzept der Feinerschließung der Waldbestände (Rückegassenabstand 40 m von Gassenmitte zu Gassenmitte) ist die afn zukunftsweisend und vorbildlich, weit über die Grenzen Luxemburgs hinaus.
Heinrich Cotta (1763 bis 1844), passionierter Forstmann und begnadeter Hochschullehrer, betrachtete den Wald in seiner Komplexität und verwies insbesondere auf Funktion des Waldbodens als Nährsubstrat und Standort für gesunden Wald. Die Cotta’schen Überlegungen und Forderungen wurden in den Reden anlässlich der Preisverleihung nachdrücklich betont. Sowohl Frank Wolter, Direktor der anf, als auch Marc Wagner, Leiter des Dienstleistungsbereiches Forst der anf, verwiesen nachdrücklich auf Vorteile, die intelligente Feinerschließung in Kombination mit sanfter Holzernte dem Waldbau bieten.
Diese und andere Aspekte beleuchtete der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Zugpferde, Elmar Stertenbrink, ausführlich, wobei er auch begründete, warum die anf als Preisträgerin erkoren worden sei: Das Waldbewirtschaftungskonzept der Luxemburger Fachbehörde besitzt europaweite Vorbildfunktion.
Stellvertretend für die anf, die mit zahlreichen Bediensteten anwesend war, nahm Carole Drieschbourg, Luxemburgs Umweltministerin, den IGZ Heinrich-Cotta-Preis „Wald mit Zukunft“ entgegen. Dieser originell und einfühlsam von einer jungen Design-Absolventin gestaltete Preis, erfreute als wirkliches Unikat nicht allein die Ministerin, sondern das gesamte Fachpublikum aus Luxemburg und Deutschland.
Während eines Waldbegangs präsentierte Adam Frank, zuständig für den Forstbetriebsbezirk Berdorf, die drei Phasen des Kölner Verfahrens: Motormanuelles Fällen und Vorrücken der Buchenabschnitte mit dem Arbeitspferd an die Rückegasse sowie das Endrücken durch den Forwarder. Dank angenehmen Wetters konnten die Vorzüge des Kölner Verfahrens ausführlich erläutert und Fragen aus dem Publikum ergiebig beantwortet werden.
Resümee: Eine gelungene Preisverleihung an eine würdige Kandidatin – die Natur- und Forstverwaltung des Großherzogtums Luxemburg – ergänzt und abgerundet durch die praktische Demonstration eines Boden erhaltenden und Umwelt schonenden Holzernteverfahrens. Eine Veranstaltung, die bewiesen hat, dass europäische Zusammenarbeit durchaus gelingen kann.
Interessengemeinschaft Zugpferde
Umweltministerin Carole Dieschbourg bei der Preisverleihung. Foto: IGZ Elmar Stertenbrink (r.)

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