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Aggregat mit Eucalyptus- Walzen Foto:  Ponsse

In Mitteleuropa denkbar?

Prof. Dr. Stefan Wittkopf von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) möchte Harvesteraggregate mit Einzugswalzen für die Eucalyptusernte auch in Mitteleuropa einsetzen. Ausgestattet mit diesen Walzen arbeiten die Aggregate Stämme nicht nur auf, sondern entrinden sie zugleich. Das Aggregat versetzt die Stämme in Drehung um die Längsachse. Dazu laufen die Vorschubwalzen nicht ganz synchron. So verschiebt sich die Rinde auf dem Stamm und fällt ab. Bei der Baumart Eukalyptus ist das notwendig, weil sich angetrocknete Eukalyptusrinde praktisch nicht mehr vom Stamm entfernen lässt.Die Entrindung im Wald könnte auch in Europa Vorteile haben, meint Prof. Wittkopf. Erstens könnte auf armen Böden ein weiterer Nährstoffentzug verhindert werden. Zweitens sei es für Energieholzsortimente interessant, denn ohne Rinde verbessere sich das Brandverhalten Holz. Der Aschegehalt der Rinde ist etwa zehnmal so hoch wie der von Holz: Die Verbrennung von Holz hinterlässt etwa 0,5 % Asche, die von Rinde etwa 5 %. Bei einem Rindenanteil von 10 % würde sich der Aschegehalt etwa halbieren, erklärt Wittkopf.Auch für den Holztransport könnte eine solche Technik interessant sein, sagt Wittkopf. Denn momentan fahren die Fuhrleute die Rinde, und damit 10 % der Masse, kostenlos durchs Land. Zusammen mit dem KWF will die HSWT ein Forschungsprojekt zu Harvesteraggregaten mit Entrindungsfunktion starten.

Marc Kubatta Große
  Aggregat mit Eucalyptus- Walzen Foto:  Ponsse

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