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In Hessen muss jederzeit mit Wölfen gerechnet werden

In Hessen muss jederzeit mit Wölfen gerechnet werden. Das geht aus einer Medienmitteilung des Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 12.6.2019 hervor.

Hessens Umweltministerin Priska informiert über die neue Herdenschutzprämie Plus: Landesweit wird ein Zuschuss für den Arbeitsmehraufwand und die Investitionskosten beim Herdenschutz gezahlt.

Herdenschutzprämie Plus

Für die neue Flächenprämie von 31 €/ha stellt das Umweltministerium jährlich 500.000 € Landesmittel bereit. Antragsteller verpflichten sich zu einem Herdenschutz nach guter fachlicher Praxis mit täglichen Zaunkontrollen, Festzäunen in einer Höhe von 120 cm und zusätzlicher Elektroleitung oder einen rundum Elektrozaun in Höhe von mindestens 90 cm. Damit wird der Mehraufwand abgegolten und nicht nur die einmalige Investition für einen Zaun. Die Antragsformulare sind bei den landwirtschaftlichen Förderstellen verfügbar. Antragsfrist ist der 31. Juli.

Eine zusätzliche Förderrichtlinie für Investitionen in den Herdenschutz, die bundesweit ab 2020 gelten soll, befindet sich aktuell in Arbeit. Sie muss von der EU noch genehmigt werden. Damit können weitere Investitionen in die Weidetierhaltung finanziert werden, wenn sich Wölfe fest in Hessen niederlassen und Reviere bilden. Diese Richtlinie wird dann auch die Entschädigung bei Rissen regeln. Allerdings erhalten auch jetzt schon Weidetierhalter eine unbürokratische Entschädigungszahlung im Einzelfall. Voraussetzung ist, dass die Tierhalter ihrer Verpflichtung zum Schutz ihrer Tiere nachgekommen sind.

In diesem Jahr wurden in Hessen 12 Wolfsrisse bei Nutztieren nachgewiesen. Alle Weidetierhalter sind aufgerufen, ihre Schafe und Ziegen nach guter fachlicher Praxis zu schützen. Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen steht dabei beratend zur Seite.

Red./HMUKLV

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