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Die Wildkatze ist scheu und selten. Sie ist eine Leitart für die gute Vernetzung von Biotopen.

Seltene Wildkatze siedelt sich wieder an

Die Wildkatze ist sehr scheu und der Mensch bekommt sie nur selten zu Gesicht. Doch im Kreis Emmendingen in Baden-Württemberg siedelt sie sich nun wieder an. Seit 2008 gibt es dort bereits einzelne Individuen. Der Beweis dafür, dass naturnahe Waldwirtschaft funktioniert.

Wissenschaft, Politik, Artenschutz, Landnutzende und Verwaltung unterstützen die Wildkatze im Kreis Emmendingen „Ich freue mich, dass die Wildkatze in Baden-Württemberg weiter auf dem Vormarsch ist. Sie gilt als Leitart für eine gute Vernetzung von verschiedenen Biotopen, wie beispielsweise naturnah bewirtschafteter Wälder. Die weitere Ausbreitung der Wildkatze im Land ist ein Beleg dafür, dass wir gemeinsam mit den Landwirten und Waldbesitzern sowie mit unserem Konzept der naturnahen Waldwirtschaft und unserem Generalwildwegeplan auf einem guten Weg sind. Die notwendige Sicherung von Lebensräumen und deren Verbund kommt der seltenen Wildkatze, aber auch zahlreichen anderen Wildtieren, zugute. Zum Schutz der Wildkatze wurden deshalb auch Mittel aus dem Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt des Landes erfolgreich eingesetzt“, sagte Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

Zusammenarbeit von unterschiedlichen Akteuern wichtig

Denn sie ist heimisch, aber selten – die Wildkatze. Bereits seit 2008 siedelt sie sich im Kreis Emmendingen an. Von dort breitet sich das getigerte Wildtier Richtung Schwarzwald aus. Erste Hinweise gibt es in den Gemeinden Herbolzheim, Freiamt, Sexau und Gutach. Der Weg dorthin ist für die Wildkatze allerdings nicht einfach: Zum einen gilt es mehrere viel befahrene Straßen zu überqueren, zum anderen meidet sie bei ihren Wanderungen offene Flächen und benötigt daher Landschaftsstrukturen, entlang derer sie sich über das Land bewegen kann. „Um die Ausbreitung der Wildkatze zu fördern, ist eine Zusammenarbeit aller betroffenen Akteure – vor allem von Wissenschaft, Landwirten, Jägern und Verwaltung – zentral“, sagt Prof. Dr. Ulrich Schraml, Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA). Im Kreis Emmendingen hat sich diese Kooperation im Rahmen eines Projektes entwickeln können. „Wer etwas für die Wildtiere tun will, muss zunächst die Menschen zusammenbringen. Das ist der wichtigste Schlüssel für erfolgreichen Artenschutz“, fasst Schraml die vor Ort gesammelten Erfahrungen zusammen.

Lebensraumvernetzung der Wildkatze wichtig

Stéphanie Kraft vom Naturpark Südschwarzwald e. V. hat das Projekt „Wildkatze – Zielart für den Biotopverbund“ betreut. „Um die biologische Vielfalt zu stärken, wurden Maßnahmen zur Vernetzung von Wildkatzen-Lebensräumen umgesetzt. Die Wildkatze ist auf Gehölze und Hecken angewiesen, die ihr im Offenland Schutz bieten.“ Da die offenen Landbereiche häufig in privatem oder kommunalem Eigentum stehen, wurde ein Anreiz für die Landbesitzenden geschaffen, Wildkatzen-fördernde Strukturen – zum Beispiel an Waldrandbereichen – zu ermöglichen. Als eine von vielen Maßnahmen wurde daher die Anpflanzung von heimischen Baumarten gewählt, die zusätzlich mit Trüffelsporen beimpft werden, so dass Landbesitzende in der Zukunft einen finanziellen Ertrag aus ihrem Einsatz und der Strukturschaffung generieren können. „Der Erhalt der biologischen Vielfalt funktioniert in unserem dicht besiedelten Land immer unter Einbeziehung der berechtigten Belange der Landbewirtschafter. Sie pflegen unsere einmaligen und vielfältigen Kulturlandschaften und versorgen uns mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln, wichtigen nachwachsenden Rohstoffen sowie dem klimafreundlichen Bau- und Werkstoff Holz“, sagte Hauk MdL am Anfang September dazu in Stuttgart.

Mehr Infos zur Wildkatze gibt es hier.

Auch auf unserer Homepage gibt es einige interessanter Beiträge zur Wildkatze.

Quelle: FVA BW

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