Holzverkauf und Holzpreise

Immobilienberater empfiehlt Waldkauf

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die Verwerfungen auf dem Holzmarkt durch die Käferkalamität und die daraus folgenden Schwierigkeiten deutscher Waldeigentümer sind offenbar der Immobilienbranche nicht verborgen geblieben. Jedenfalls hat der Immobilienberater Colliers International Deutschland GmbH jüngst seinen ersten Forst-Marktbericht herausgebracht.

Er bietet einen umfassenden Überblick über den deutschen Wald mit Analysen des Waldflächen- und Holzmarktes sowie Ausblick auf international mögliche Renditen. Die beziffert das Unternehmen mit etwa 1,5 % jährlich, was bei dem allgemeinen Zinsniveau durchaus attraktiv ist. Der deutsche Wald biete trotz Klimaschäden nach wie vor solide und attraktive Investitionsmöglichkeiten.

Förderung als Ertragsargument?

Und das trotz der Spuren, die Stürme, Dürrejahre du Borkenkäfer im Wald hinterlassen haben: Etwa 300.000 ha Wald wurden zerstört. Der Rohholzpreis sank teilweise um über 50 %. In Privatforstbetrieben sank der Reinertrag im Durchschnitt von 195 €/ha im Jahr 2018 auf 60 €/ha 2019.

Nicht verborgen geblieben ist den Immobilienberatern auch die Diskussion um die Inwertsetzung der Ökosystemleistungen des Waldes. Sie könne zukünftig zu einer Verbesserung der Ertragslage von Forstbetrieben führen.

Durchschnittlich 12.700 €/ha

Der Markt für Waldflächen in Deutschland sei wie die Besitzstruktur eher kleinteilig: Das Transaktionsvolumen betrug 2018 insgesamt rund 430 Mio. € bei einer Verkaufsfläche von 34.100 ha. Im Schnitt wechselten nur 1,8 ha Wald pro Transaktion den Eigentümer. Darüber hinaus unterliege der Transaktionsmarkt großen regionalen Unterschieden.

Der Durchschnittspreis für Forstflächen lag 2018 bei 12.700 €/ha und habe sich seitdem auf diesem Niveau stabilisiert. Das Spektrum reiche jedoch von 5.000 €/ha für eine Kleinfläche in Thüringen über 13.000 €/ha für einen vorratsstarken Kiefernwald in Brandenburg bis zu 60.000 €/ha für ein kleines Waldstück in Oberbayern. Diese Preisunterschiede seien nicht immer ökonomisch begründbar. Sie liegen teils im Holzmarkt begründet. Die regional signifikanten Preisunterschiede der Leitsortimente bei Fichte, Kiefer und Buche unterstreichen die starke Bedeutung der lokalen Marktstruktur.

Bedeutendes Cluster

Der Umsatz des Clusters Forst und Holz sind in Deutschland betrug 2018 knapp 190 Mrd. € einschließlich der Waren und Dienstleistungen. Das entsprach 5,5 % des BIP und unterstreiche die volkswirtschaftliche Bedeutung der Forstwirtschaft. Die Nachfrage nach Holz und guten Holzqualitäten sei stabil und garantiere langfristige Erträge. Ein Investment in Grund und Boden schütze vor Inflationsverlusten. Die vielfältigen Funktionen des Waldes werden vermutlich zukünftig auch honoriert. Insofern si man von der Anlageklasse Wald überzeugt.

Gut möglich, dass bei manchen Waldeigentümer bald Kaufinteressenten anklopfen.

Quelle: Colliers