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Der Kampf gegen den Borkenkäfer muss in Thüringens Wäldern unvermindert weitergehen: Je weniger Borkenkäfer den Winter überleben, umso mehr ist die Käfergefahr im nächsten Frühjahr gemindert.

Immer noch hoher Schadholzanfall in Thüringens Wäldern

Der wechselhafte Sommer hat aber die diesjährige Gefahr durch Borkenkäfer verringert. Gleichzeitig wurden durch die unermüdliche Schadholzsanierung der Waldbesitzer und Förster viele Befallsherde beseitigt und die Borkenkäferausbreitung gebremst. Dennoch ist der Schadholzanfall in Thüringens Wäldern noch immer hoch.

Allein für den Monat September erfassten die Waldschutzexperten der Landesforstanstalt rund 552.000 Fm neues Borkenkäferschadholz in den heimischen Wäldern. Damit ist die Gesamtschadholzmenge, die durch Fichtenborkenkäfer seit Jahresbeginn verursacht wurde, im Freistaat Ende September auf nunmehr 2,9 Mio. Fm angewachsen (Gesamtaufkommen 2019: 2,3 Mio. Fm). Eine historischer Höchstwert – gleichwohl bleibt diese extreme Schadenshöhe hinter den Prognosen des Frühjahrs zurück.

„Aktuell geht ThüringenForst bis Jahresende von einer durch Borkenkäfer verursachten landesweiten Gesamtschadholzmenge von unter vier Millionen Festmetern Nadelholz aus“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Ein wechselhafter Sommer und die unermüdliche Schadholzsanierung durch Waldbesitzer und Förster sind die Gründe dafür, dass die schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten sind.

Zehntausende Waldbesitzer haben ihre Wälder unermüdlich saniert

Das trocken-warme Frühjahr 2020 hatte größte Befürchtungen bei Waldbesitzern und Förstern für das laufende Borkenkäferjahr genährt. Erst im Sommer sorgte etwas feuchtere und kühlere Witterung für eine etwas gebremste Borkenkäferentwicklung. In Thüringen wurde die dritte Borkenkäfergeneration, eine von mehreren Voraussetzungen für eine extreme Vermehrung in den Vorjahren, witterungsbedingt regional nicht vollendet. Aktuell ziehen sich die Borkenkäfer zur Überwinterung in Rinde oder Bodenstreu zurück.

Der große Vorteil: Von dort droht keine weitere Ausbreitung mehr. Mit den aktuellen Niederschlägen nimmt die Vitalität aller Bäume wieder zu, insbesondere aber die Widerstandskraft der trockenheitsgestressten Fichte gegenüber den Borkenkäferangriffen. Die Fichte ist mit 38 % Baumartenanteil Thüringens wichtigste Baumart überhaupt. Aber auch Laubhölzer, allen voran die Buche, litten in den vergangenen drei Dürrejahren. Auch sie wurden durch Borkenkäfer befallen und zum Absterben gebracht.

Je weniger Borkenkäfer schadlos überwintern können, umso besser

„Jetzt ist es entscheidend, dass Waldbesitzer und Förster über die Wintermonate in ihren Bemühungen fortfahren“, so Gebhardt. Je mehr Holz mit unter der Rinde überwinternden Borkenkäfern abgeschöpft wird, umso weniger Käfer werden im Frühjahr 2021 ausfliegen und Neubefall verursachen. Gebhardt empfiehlt daher, erkannten, frischen Stehendbefall auch im Herbst und Winter konsequent aufzuarbeiten.

Quelle: ThüringenForst/Red.

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