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Immer mehr Einzelschutz

Immer mehr Einzelschutz

Der Freistaat Bayern fördert den Bau von Kulturzäunen und den Einzelschutz jedes Jahr in Millionenhöhe. Der Grünen-Abgeordnete Markus Ganserer hat das kritisiert, weil Jagd- und Waldgesetz ausdrücklich vorschreiben, dass Hirsche und Rehe so zu bejagen sind, dass junge Forstpflanzen ohne Schutzmaßnahmen aufwachsen können. In ihrer Antwort auf eine Anfrage Ganserers hat die Staatsregierung im Mai einige Zahlen und Gründe für diese Praxis vorgelegt.So haben allein die Bayerischen Staatsforsten von 2011 bis 2015 gut 12?Mio.?€ in den Wildschutz investiert. Davon entfielen 3,7?Mio.?€ auf Zäune und 8,5?Mio.?€ auf Einzelschutzmaßnahmen (z. B. Streichverfahren, Schutzklammern oder Wuchshüllen). Während die Kosten für den Zaunbau aber seit Jahren sinken, steigen sie für den Einzelschutz kontinuierlich an. Im Nichtstaatswald wird dieser mit weiteren 600 000?€ gefördert. Wie die Staatsregierung erklärte, dienten diese Hilfen aber nicht in erster Linie dem Verbißschutz, sondern als Schutz vor Konkurrenzvegetation wie zum Beispiel Brombeeren. Insgesamt würden bei der Genehmigung von Förderanträgen nur in 10?% aller Fälle Einzelschutzmaßnahmen vorgeschrieben oder empfohlen. In bestimmten waldbaulichen Situationen seien sie unerlässlich, z. B. bei der Einbringung von Weißtannen in fichtendominierte Altbestände.So sinnvoll Wuchshüllen und andere Einzelschutzmaßnahmen auch sein mögen, auf ein Problem weist Ganserer zu Recht hin: Viele Waldbesitzer entsorgen das Plastikmaterial nicht ordnungsgemäß, wenn es nicht mehr benötigt wird, sondern lassen es einfach im Wald vergammeln.

Oliver Gabriel

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