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Ilim Timber kauft Klausner-Werke

Ilim Timber kauft Klausner-Werke

Die russische Ilim Timber Industry (St. Petersburg) gab am 15. Juni die Unterzeichnung der Übernahme der beiden Klausner-Sägewerke in Landsberg (Klausner Holz Bayern) und Wismar (Klausner Nordic Timber) bekannt.

Die russische Ilim Timber Industry (St. Petersburg) gab am 15. Juni die Unterzeichnung der Übernahme der beiden Klausner-Sägewerke in Landsberg (Klausner Holz Bayern) und Wismar (Klausner Nordic Timber) bekannt. Auch eine komplette, noch nicht installierte Linck-Spanerlinie ist laut EUWID Teil des Geschäftes; sie soll im sibirischen Irkutsk eingesetzt werden. Laut der Augsburger Allgemeinen plant Ilim Timber, spätestens im August im Werk Landsberg, das seit Januar 2009 im Rahmen von „Kurzarbeit Null“ stillsteht, den Betrieb wieder aufzunehmen und bald möglichst im Vollbetrieb mit drei Schichten zu fahren. In Wismar wird laut Regionalpresse bereits wieder im Vierschicht-Betrieb gearbeitet. Die Produktionskapazität der beiden Werke gibt die Klausner-Gruppe mit 1,4 Mio. m³ bzw. 800 000 m³ an. Selbst nach Bekanntgabe durch Ilim Timber dementierte Klausner-Pressesprecherin Anne Leibold den Vertragsabschluss zunächst. Laut einer Klausner-Pressemitteilung vom 16. Juni wurden aber die Verträge bereits einige Tage zuvor unterzeichnet, „der Verkauf könnte noch im Jahr 2010 abgeschlossen sein“. „Durch die­se Übernahme wird das Fortbestehen der beiden Werke und damit der Erhalt der Arbeitsplätze an beiden Standorten gesichert“, zitiert die Klausner-Mitteilung den Inhaber Fritz Klausner.
Die Ilim Timber Industry ist 2007 aus dem größten russischen Holz verarbeitenden Betrieb, der Ilim Pulp hervorgegangen. In Werken in Ust-Ilimsk und Bratsk (Region Irkutsk) produziert Ilim nach eige­nen Angaben etwa 1 Mio. m³ Säge­holz und 200 000 m³ Sperrholz im Jahr. In Bratsk und einem weiteren Werk bei Archangelsk werden zudem fast 50 Mio. m² Faser­platten hergestellt. Laut der Pressemeldung hofft Ilim Timber, mit den erworbenen „hochklassigen Anlagen“ die „Position auf dem europäischen Markt“ und durch Ausbau der sibirischen Produktion auch die in ­China zu stärken. „Im Ergebnis wird Ilim Timber ein Produktionsvolumen von jährlich etwa 3 Mio. m³ erreichen, was den Wert des Unternehmens positiv beeinflusst“, wird Ilim-Geschäftsführer Mikhail Kokorich zitiert. Dem Wirtschaftsblatt (Österreich) nannte er einen durch Bankkredite finanzierten Kaufpreis von ca. 150 Mio. € für beide Werke, deren Wert das Blatt auf 120 – 140 Mio. € schätzt. Die Klausner-Gruppe beziffert die in den Werken Saalburg-Ebersdorf (Thüringen) und Kodersdorf (Sachsen) nach der Restrukturierung verbleibende Gesamtkapazität mit über 3 Mio. Fm Einschnitt. Axel Jönsson

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