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IG BAU: Wie sieht eine nachhaltige Forstpolitik für Niedersachsen aus?

IG BAU: Wie sieht eine nachhaltige Forstpolitik für Niedersachsen aus?

Wo steht die niedersächsische Forstpolitik momentan im Spannungsfeld zwischen Gewinnoptimierung, Sicherung der Holzversorgung und den Forderungen der Naturschutz- und Umweltverbände nach weiteren Flächenstilllegungen? Vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahl hat die IG BAU Landesvertretung der Forstbeamten und -angestellten die im Nds. Landtag vertretenen Parteien aufgefordert, ihre Positionen zur Forstpolitik darzulegen. Auf dem Podium am 21. November in Hannover vertraten der ehemalige Umweltminister Sander (FDP), Ronald Schminke (SPD), Christian Meier (Grüne), Ingrid Klopp (CDU) und Marianne König (Linke) ihre Partei.
Ein Schwerpunkt lag in der Diskussion um die gegensätzlichen Ziele der nationalen Biodiversitätsstrategie und der Waldstrategie 2020 mehr Naturschutz im Widerspruch zu steigendem gesellschaftlichen Holzverbrauch.
 
Der Forderung von Greenpeace, 10 % der alten Buchenwälder in den Landesforsten aus der Bewirtschaftung zu nehmen, erteilten die Landespolitiker eine ebenso klare Absage, wie der Gründung eines Waldnationalparks im Solling. Die Position der Gewerkschaft, insgesamt fünf Prozent des gesamten öffentlichen und privaten Waldes unter Schutz zu stellen, wurde von den meisten geteilt. Zunehmende Gewinnerwartungen und die hohen Anforderungen an eine multifunktionale Waldbewirtschaftung bildeten einen weiteren Themenblock.
 
Diskutiert wurden Mindestlöhne in Forstunternehmen sowie Anreize zur Gewinnung qualifizierten Nachwuchses. Mit Befriedigung nahmen die versammelten Förster zur Kenntnis, dass sich alle Parteien gegen einen weiteren Verkauf von öffentlichem Wald aussprachen.
 
Förster Peter Martensen, Vorsitzender der Landesvertretung, zeigte sich insgesamt zufrieden mit der Diskussion, forderte allerdings auch weitere Neueinstellungen und eine bessere Bezahlung der Mitarbeiter im Forstbereich. „In eine boomende Branche darf man nicht hineinsparen“, so Martensen. „Es muss auch endlich eine Reformdividende für die Mitarbeiter geben, denn Sie haben maßgeblich die Ertragslage der Forstbetriebe und verwaltungen positiv beeinflusst.

IG BAU

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