ABO

IG BAU stellt Fünf-Punkte-Forderungskatalog für Forstarbeiter vor

Die IG BAU hat sich mit einem Fünf-Punkte-Forderungskatalog an Politik, Arbeitgeber und Waldbesitzer gewandt. In der Frankfurter Erklärung „Menschen für Wälder“ setzt sich die Forstgewerkschaft für sichere und gute Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Forst ein. IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Harald Schaum sagte auf der bundesweit zentralen Aktion der IG BAU zum Internationalen Jahr der Wälder: „Ein gesunder Wald ist keine Selbstverständlichkeit. Wir verdanken ihn dem Einsatz hochqualifizierter und verantwortungsvoll handelnder Fachleute. Sie pflegen und erhalten mit ihrer oft hochriskanten Arbeit unsere Wälder. Umgekehrt sollten auch Politik, Arbeitgeber und Waldbesitzer mit diesen Menschen sorgsam umgehen. Gute Arbeitsbedingungen und sichere Zukunftsperspektiven sind keine Luxusforderung, sondern müssen eine Selbstverständlichkeit sein.“
Für die Forstbeschäftigten fordert die IG BAU die Beachtung der Qualitätsstandards und der tarifvertraglichen Bestimmungen, die Umsetzung des bereits vor einem Jahr vereinbarten Mindestlohns durch die Bundesregierung, die Förderung des Nachwuchses sowie Bedingungen, die ein Arbeiten bis zur Rente ermöglichen. Darüber hinaus muss die Forstwirtschaft die Balance halten zwischen Wirtschafts- und Beschäftigteninteressen, dem Naturschutz und der Landschaftsgestaltung.
„An der Qualität bei der Waldarbeit darf nicht gespart werden“, sagte Schaum. „Heutige Fehlentscheidungen aufgrund von Unkenntnis oder gar kurzfristigen Profitstrebens wirken sich in Jahrzehnten schädlich aus. Das empfindliche Ökosystem Wald braucht auch künftig gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte.“
Fünf-Punkte-Forderungskatalog der IG BAU:
  1. Die Forstwirtschaft muss multifunktional aufgestellt bleiben. Das heißt, die Aspekte des Naturschutzes, der Landschaftsgestaltung, der Nutzung und des wirtschaftlichen Erfolgs sowie nicht zuletzt der Beschäftigung müssen in einer gerechten Balance miteinander verknüpft werden.
  2. Die Qualitätsstandards bei der Waldbewirtschaftung sind ebenso zu beach-ten, wie die Einhaltung sozialer Standards. Besonders hohe Bedeutung hat die Beachtung der Vorgaben der Arbeitssicherheit, der Tarifverträge sowie der Mitbestimmung.
  3. Forstberufe müssen für den Nachwuchs attraktiv ausgestaltet werden. Dazu gehört es, dass individuelle Fähigkeiten, Interessen und Potentiale der Auszubildenden ebenso wie die der Mitarbeiter erkannt und bestmöglich gefördert werden.
  4. Zukunftsperspektiven sind für die Fachkräftegewinnung und -sicherung ein wesentliches Element. Deshalb müssen die Arbeitsplätze in den Forstbe-trieben zukunftsfest gemacht werden. Das heißt, dass die Zahl der Fachar-beiter zumindest auf dem heutigen Niveau erhalten bleibt und die Beschäf-tigten darüber hinaus in solchen Teams zusammenarbeiten, die ihnen trotz der schweren körperlichen Belastungen ein Arbeiten bis zur Altersgrenze ermöglichen.
  5. Schlecht bis gar nicht ausgebildete Dumpinganbieter dürfen keine Chancen auf dem deutschen Markt erhalten. Sie gefährden bei den hochriskanten Arbeiten schon allein auf Grund fehlender Kenntnisse das Leben und die Gesundheit der Beschäftigten im Forst. Einen wirksamen Schutz dagegen bietet nur der Mindestlohn für die Forstwirtschaft.

 

Frankfurter Erklärung „Menschen für Wälder“ der IG BAU

 
IG BAU

Auch interessant

von