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ifo Konjunkturprognose 2017/2018

Der Aufschwung, in dem sich die deutsche Wirtschaft seit nunmehr 2013 befindet, gewinnt an Stärke und Breite. Das ifo Institut rechnet mit einem Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,8 % im Jahr 2017 und von 2,0 % im kommenden Jahr.

Wie schon in den vergangenen Jahren wird die konjunkturelle Entwicklung von der weiter lebhaften Konsumnachfrage der privaten Haushalte und der regen Bautätigkeit bestimmt. Einen zunehmenden Beitrag zum Aufschwung werden die Exporte leisten, die von den verbesserten Konjunkturaussichten im Euroraum und dem Rest der Welt profitieren. Deshalb dürften auch die bisher eher zur Schwäche tendierende Industriekonjunktur und die ebenfalls enttäuschenden Unternehmensinvestitionen anziehen. ; Welthandel der wichtige Treiber ; Das Tempo der weltwirtschaftlichen Expansion dürfte im Sommerhalbjahr 2017 wieder spürbar anziehen. Darauf deutet die Mehrzahl der konjunkturellen Frühindikatoren hin. So hat sich das ifo Weltwirtschaftsklima im April erneut spürbar auf breiter Front verbessert, nachdem es bereits seit Mitte 2016 kontinuierlich gestiegen war. Auch die Einkaufsmanagerindizes für die großen Industrie- und Schwellenländer lagen im Mai deutlich im Expansionsbereich. ; Zwar haben die Indikatoren des Unternehmensvertrauens in den USA seit April – als die politische Durchsetzung umfangreicher fiskalischer Stimuli zusehends unwahrscheinlich wurde – etwas nachgegeben, sie bleiben jedoch nach wie vor hoch, was eine Fortsetzung der gesamtwirtschaftlichen Expansion mit robusten Raten signalisiert. ; Auch im Euroraum dürfte die gesamtwirtschaftliche Wirtschaftsleistung im Prognosezeitraum dynamisch zulegen. In den vergangenen Monaten haben sich die Stimmungsindikatoren im Euroraum nochmals deutlich verbessert. In diesem Jahr dürfte die gesamtwirtschaftliche Produktion in der Welt mit 3,0 % zunehmen. Im kommenden Jahr dürfte die Rate leicht auf 2,9 % zurückgehen, was vor allem der trendmäßige Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China geschuldet sein wird. Damit sind diese Zuwachsraten zwar nur etwa halb so hoch wie in den Jahren vor der globalen Finanzkrise. ; Dennoch sind die konjunkturellen Aussichten heute günstiger als noch vor einem halben Jahr. Im Vergleich zur Winterprognose 2016 wurden die Wachstumsraten nahezu aller Regionen für dieses und für kommendes Jahr um durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte nach oben revidiert. ; Auch der Zuwachs des Weltwarenhandels dürfte kräftiger ausfallen als noch vor einem halben Jahr prognostiziert. Er wird im Jahr 2017 preisbereinigt voraussichtlich um 4,9 % und im kommenden Jahr um 4,0 % expandieren. ; Mit diesen Zuwachsraten, die mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre ausfallen, wird der Welthandel wieder zu einem wichtigen Treiber der internationalen Konjunktur werden. ;

ifo Institut/Red.

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